Heft 2/1999
Digitaler Videostandard DVD vor dem Durchbruch?
Marktsituation im VHS-Videosektor und Entwicklungen digitaler optischer Speichermedien
Kurztext
Music on demand: Chance oder Risiko für die Musikindustrie?
Das Internet als neuer Markt der stagnierenden Tonträgerbranche
Kurztext
Verlage und Electronic Publishing
Stand, Trends und Konsequenzen des Offline- und Onlineengagements
Kurztext
Italien: Duopol RAI/Mediaset vor digitalen Herausforderungen
Markt- und ordnungspolitische Entwicklungen in der italienischen Fernsehlandschaft
Kurztext
Stand am 31. Dezember 1998
Editorial
Das Innovationspotential der digitalen Technik stellt neben Hörfunk und Fernsehen auch andere Medienbereiche wie den Videosektor, die Musikindustrie und die Verlagsbranche vor neue Herausforderungen. Dabei bieten sich eine Fülle neuer (Markt-)Chancen, die jedoch als Kehrseite in gleicher Weise Risiken für eingespielte Strukturen bedeuten.
Die Videobranche erhofft sich durch die Einführung der Digital Versatile Disc (DVD) neue Wachstumsimpulse. Wie der Marktüberblick von Birgit R. Traufetter deutlich macht, scheint im analogen VHS-Videosegment eine Marksättigung erreicht, rückläufige Umsatzzahlen und eine stagnierende Videonutzung sind zu verzeichnen. Die bisherigen Versuche, digitale Datenträger wie Laserdisc oder Video-CD durchzusetzen, sind allerdings gescheitert. Unterschiedliche Interessen der Unterhaltungselektronik-, der Computerindustrie und der Inhalteanbieter haben zu einer mühsamen Einigung auf den gemeinsamen DVD-Standard geführt, der nun jedoch gute Chancen für einen Marktdurchbruch besitzt.
Eines der Hindernisse bei der Kompromißsuche stellte die Suche nach geeigneten Maßnahmen zur Wahrung der Urheberrechte dar. Die Anfälligkeit digitaler Inhalte für Raubkopien wird zur Zeit auch von der Musikindustrie als Bedrohung wahrgenommen, so die Ausführungen von Markus Hertz zum Thema Music on demand. Über das Internet lassen sich - abgesehen vom CD-Direktvertrieb - mit dem sogenannten MP3-Format inzwischen Musiktitel bzw. -dateien ohne großen technischen Aufwand übermitteln und entweder auf CDs übertragen oder direkt auf MP3-Playern abspielen. Bei der Internetgemeinde sind die MP3-Dateien offenbar sehr beliebt, auch oder gerade weil es sich in den meisten Fällen um Raubkopien handelt.
In den Anfängen der Multimediaentwicklung wurden die Verlage vielfach als Verlierer des Onlinezeitalters ausgemacht. Andreas Vogel kann in seinen Ausführungen zum Stand des Offline- und Onlineengagements der Fachverlage jedoch darlegen, daß die neuen Herausforderungen von der Verlagsbranche durchaus angenommen wurden. Teilweise spielen Anbieter von Fachinformationen mit CD-ROMs und Onlineangeboten eine führende Rolle beim Electronic Publishing, auch wenn sich auf dem ungewohnten Terrain negative Erfahrungen meist nicht vermeiden ließen.
Birgid Rauen schildert die neueren Entwicklungen in der italienischen Fernsehlandschaft. Auch hier gehen die Impulse vom noch randständigen digitalen Pay-TV-Segment aus, Positionskämpfe um die besten Plätze in den erhofften Zukunftsmärkten bestimmen das Bild. Im dominierenden terrestrischen Fernsehmarkt herrscht indes relative Stabilität zwischen den beiden Polen der öffentlich-rechtlichen RAI und der kommerziellen Programme der Mediaset-Gruppe Berlusconis.

