Heft 4/2000
Tendenzen im Zuschauerverhalten
Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen 1999
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Was Kinder sehen
Eine Analyse der Fernsehnutzung 1999 von Drei- bis 13-Jährigen
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Fernsehen im neuen Jahrtausend - ein Informationsmedium?
Bestandsaufnahme auf der Basis aktueller Studien
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Digitale Konkurrenz für das Medium Video?
Videonutzung und Videomarkt 1999
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Editorial
Kein anderes Medium vereinigt die Funktionen Unterhaltung und Information in ähnlich umfassender Weise wie das Fernsehen. Jedenfalls bewerten die Bundesbürger Nachrichten und unterhaltende Filme als die wichtigsten Fernsehinhalte. Nach der Bestandsaufnahme aktueller Studien von Sascha Blödorn, Maria Gerhards und Walter Klingler ist das Informationsangebot und auch dessen Nutzung bei ARD und ZDF doppelt so hoch wie bei RTL und SAT.1. Eine besonders starke öffentlich-rechtliche Programmorientierung weist die - auch für die Werbewirtschaft interessante - Gruppe der sogenannten Profilierten auf, die u.a. durch hohe Bildung, beruflichen Erfolg und hohes Einkommen definiert ist. In den jüngeren Altersgruppen spielt außerdem das Internet als Informationsmedium eine zunehmend wichtige Rolle.
In der Gesamttendenz weist die Fernsehnutzung seit geraumer Zeit nur wenig Veränderungen auf. Höhere Sehdauern in einzelnen Jahren sind meist auf besondere (Sport-)Ereignisse zurückzuführen. Wie Wolfgang Darschin und Susanne Kayser zeigen, beruht die Akzeptanz von ARD und ZDF stark auf der Informationsleistung - jedoch keineswegs ausschließlich. Die Erfolge der Privatsender sind dagegen größtenteils auf Fictionfilme zurückzuführen. Entsprechend schreiben die Zuschauer den Privatsendern RTL, SAT.1 und ProSieben in erster Linie eine Unterhaltungs- und Entspannungsfunktion zu. Die Öffentlich-rechtlichen gelten dagegen als glaubwürdiger, seriöser und anspruchsvoller.
Ebenfalls weitgehend stabil ist die Fernsehnutzungsdauer von drei- bis 13-jährigen Kindern geblieben, trotz des erhöhten Programmangebots in den letzten Jahren. Allerdings sehen Kinder in Ostdeutschland sowie Kinder mit eigenem Fernsehgerät überdurchschnittlich viel fern. Die meiste Zeit verbringen die jungen Zuschauer mit fiktionalen Angeboten vor dem Bildschirm, zumeist Zeichentrickfilmen. Die Fernseh-Primetime der Kinder liegt - so Sabine Feierabend und Erk Simon in ihrem Beitrag - unverändert zwischen 18.00 und 21.00 Uhr. Nach Sendeschluss des Kinderkanals um 19.00 Uhr profitieren vor allem RTL und Super RTL vom jungen Publikum.
Auch beim Medium Video zeigten sich im vergangenen Jahr keine signifikanten Nutzungsveränderungen. Tendenziell geht die Zahl der Nutzer trotz steigender Geräteausstattung leicht zurück - möglicherweise eine Folge der großen Programmauswahl im Fernsehen. Veränderungen erwartet die Branche zukünftig durch neue digitale Videotechniken, wie Oliver Turecek, Andreas Grajczyk und Gunnar Roters berichten. Digitales Fernsehen mit seinem potentiell riesigen Angebot könnte die Videonutzung beeinflussen und die Strukturen des Marktes verändern.

