MPASS

Heft 10/2000

Jochen Zimmer:
Großbritannien und Frankreich: Vorreiter für digitales und interaktives Fernsehen
Unterschiedliche Marktsituation und Erfolgsvoraussetzungen im europäischen Vergleich
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Annette Keinath:
Fernsehempfang und PC/Online-Ausstattung in Europa
Ergebnisse des SES/ASTRA Satellite Monitors 2000
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Maria Gerhards/Andreas Grajczyk/Walter Klingler:
Programmangebote und Spartennutzung im Fernsehen 1999
Eine Analyse auf Basis der GfK-Sendungscodierung
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Andreas Vogel:
Leichtes Wachstum der Großverlage
Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse in Deutschland im I. Quartal 2000
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Zusammenfassungen
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Editorial

Seit der Einführung digitaler Pay-TV-Angebote in Europa im Jahre 1996 hat sich der digitale Fernsehempfang in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich entwickelt. Während in Deutschland beispielsweise Premiere World trotz monopolhafter Stellung weiterhin als Problemfall gilt, konnten sich in Frankreich und Großbritannien jeweils zwei konkurrierende digitale interaktive Fernsehplattformen innerhalb kurzer Zeit etablieren.

Wie der Marktüberblick von Jochen Zimmer deutlich macht, hat die Konkurrenzsituation dabei das Geschäft durchaus belebt, von größerer Bedeutung für die unterschiedlichen Entwicklungen bleiben indes die spezifischen Ausprägungen der europäischen Fernsehmärkte. So begnügen sich sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich etwa zwei Drittel der Haushalte noch mit dem Empfang einer Handvoll terrestrisch verbreiteter Programme. Der Mehrwert der digitalen interaktiven Pay-TV-Plattformen liegt - anders als etwa in Deutschland - somit bereits in einem deutlich größeren Programmangebot.

Die Länderspezifika kommen jedoch nicht nur beim digitalen Fernsehen zum Tragen. Auch der analoge Fernsehempfang zeigt zwei Jahrzehnte nach dem Aufkommen von Kabel- und Satellitenempfang in Europa von Land zu Land ein sehr unterschiedliches Bild. Nach den Ergebnissen des von Annette Keinath vorgestellten SES/ASTRA Satellite Monitors reicht die Bandbreite von Italien, wo nach wie vor neun von zehn Haushalten ausschließlich über terrestrische Netze empfangen, bis zu den Niederlanden oder Belgien mit 93 Prozent Kabelhaushalten.

Die Gesamtfernsehnutzung ging in Deutschland 1999 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, in der Programmspartennutzung zeigten sich hingegen stabile Muster. Beispielsweise nehmen die Sparten Fiction und Information/Infotainment unverändert den größten Teil des Nutzungsvolumens ein. Nach den sogenannten Sinus-Milieus - dies erläutern Maria Gerhards, Andreas Grajczyk und Walter Klingler in ihrem Beitrag - präferieren die gesellschaftlichen Leitmilieus ganz besonders Informationssendungen, und entsprechende Angebote werden vor allem bei ARD und ZDF wahrgenommen.

Im Aufwind befindet sich gegenwärtig u.a. dank günstiger Konjunktur die Publikumspresse. Wie Andreas Vogel in seinem Überblicksartikel zeigt, konkurrieren auf diesem Markt so viele Zeitschriften wie nie zuvor, wobei das Feld bei den mindestens 14-täglich erscheinenden Titeln nach wie vor von den vier Großverlagen Bauer, Springer, Burda und Gruner+Jahr dominiert wird.