MPASS

Heft 11/2001

Birgit van Eimeren/Christa-Maria Ridder:
Trends in der Nutzung und Bewertung der Medien 1970 bis 2000
Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation
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Bernhard Engel/Stefanie Best:
Mediennutzung und Medienbewertung im Kohortenvergleich
Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation
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Tibor Kliment:
Marktentwicklung und Beschäftigung im Multimediasektor
Ergebnisse eines Expertenpanels
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Andreas Vogel:
Die tägliche Gratispresse
Ein neues Geschäftsmodell für Zeitungen in Europa
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Statistik
Pressewesen: Aktuelle Daten zu Zeitungen und Zeitschriften
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Zusammenfassungen
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Editorial

Nicht nur in Politik und Gesellschaft, sondern auch im Medienbereich haben sich in den vergangenen 30 Jahren enorme Veränderungen vollzogen. Wie schlagen sich diese nieder im Umgang der Menschen mit den Medien? Ein Rückblick auf der Basis der Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, die - trotz einiger inhaltlicher und methodischer Modifikationen - in mittlerweile acht Wellen Nutzung und Bewertung der traditionellen Medien Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitung und neuerdings des Internets verglichen hat, macht langfristige Entwicklungslinien deutlich.

Das Fernsehen erlitt im betrachteten Zeitraum seit 1970 deutliche Bindungsverluste: Hier spiegelt sich seine Entwicklung vom Besonderen zum Alltäglichen. Dazu passt, so Birgit van Eimeren und Christa-Maria Ridder in ihrem Beitrag, dass das Fernsehen trotz dieser Bindungsverluste einen deutlichen Nutzungsanstieg verzeichnen konnte, vor allem in den 90er Jahren. Beim Radio belegt die Langzeitbetrachtung die oft so genannte "Renaissance" des Mediums: Hörfunk konnte sowohl an Bindung als auch an Reichweite deutlich hinzugewinnen, Ergebnis seines Funktionswandels zum Tagesbegleiter in und außerhalb der Freizeit. Die Tageszeitungen verlieren bei konstanter Bindung an Reichweite, nicht aber an Lesedauer. Das 2000 erstmals erfasste Internet spielt dagegen im Medienalltag der Bundesbürger noch keine große Rolle.

Bernhard Engel und Stefanie Best betrachten die langfristigen Entwicklungen der Mediennutzung und -bewertung - ebenfalls auf Basis der Studie Massenkommunikation - mittels einer Kohortenanalyse, die Veränderungen vor dem Hintergrund ähnlicher lebensgeschichtlicher Erfahrungen der einzelnen Alterskohorten abbildet. Es zeigt sich deutlich ein Trend hin zur Mediengesellschaft. Insbesondere für Radio und Fernsehen ist im Laufe einer Generation insgesamt ein Anstieg der Nutzung zu erkennen, wobei jede Kohorte ihren eigenen Entwicklungsweg hat.

Die sinkende Reichweite der Tageszeitungen, vor allem bei den Jüngeren, lässt die Verlage nach neuen Strategien suchen. Mit Gratiszeitungen neue Lesergruppen zu erschließen, ist, wie Andreas Vogel beschreibt, in mehreren europäischen Ländern ein erfolgreiches Konzept. Eine Rückkehr dieses Mediums nach Deutschland, wo derzeit nach erbittertem Wettbewerb alle Gratiszeitungen ihr Erscheinen eingestellt haben, ist daher nach Einschätzung des Autors nicht ausgeschlossen.