Heft 9/2002
Formationen deutscher Medienmultis 2002
Entwicklungen und Strategien der größten deutschen Medienunternehmen
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Publikumszeitschriften: Dominanz der Großverlage gestiegen
Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse in Deutschland im I. Quartal 2002
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MA 2002 Radio: Radionutzung auf hohem Niveau stabil
Hörfunknutzung in Deutschland
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Digitales Fernsehen in den nordischen Ländern
Zwischen Kulturpolitik und Marktdynamik
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Pressenutzung: Leser pro Ausgabe 2002 Titelzahl und Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften
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Editorial
Die starke Dominanz einer Handvoll Konzerne im Printbereich und ein Duopol im privaten Fernsehsektor, gekoppelt mit einer Tendenz zu vertikalen Verwertungsketten -dies kennzeichnete in den letzten Jahren die deutsche Medienlandschaft. Durch die Insolvenz des Kirch-Konzerns, durch die sich die eine Hälfte des privaten Duopols von Senderfamilien aus den beiden Häusern Bertelsmann und Kirch nunmehr in Auflösung befindet, sind diese Strukturen in Bewegung geraten.
Zu sehr sind die Entwicklungen bei Kirch aber noch im Fluss, als dass neue Strukturen und Eigentümer hier bereits dargestellt werden könnten. Horst Röper konzentriert sich in seiner Analyse der Entwicklungen und Strategien der größten deutschen Medienunternehmen daher auf die Konzerne Bertelsmann, Gruner + Jahr, Springer, Holtzbrinck, WAZ, Bauer und Burda, wobei insbesondere der Springer-Konzern von der Kirch-Pleite wegen dessen 40-Prozent-Anteils an Springer direkt betroffen ist. Bei Bertelsmann zeichnet sich nach dem überraschenden Weggang des Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff Ende Juli 2002 ein Kurswechsel in der Unternehmensstrategie ab. Die aktuelle Werberezession und generell schwache Konjunktur trifft die Unternehmen durchaus unterschiedlich, so der Autor. Insgesamt finden nach wie vor Käufe und Verkäufe von Unternehmensbereichen oder Medienobjekten statt, die die bestehende Konzentration in einigen Märkten noch verstärken.
Eine Verstärkung der Marktmacht der Großverlage bei den Publikumszeitschriften im Zeitraum 2000 bis 2002 konstatiert Andreas Vogel in seiner Analyse zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse. Gemessen als (konsolidierte) Marktanteile an der verkauften Auflage haben die vier Unternehmen Bauer, Springer, Burda und Gruner + Jahr bei den Publikumszeitschriften einen Marktanteil von gut 61 Prozent, im Segment der mindestens 14-täglich erscheinenden Objekte beträgt ihr Marktanteil sogar fast 82 Prozent.
Bei den Privatradios zeichnen sich durch die vereinbarte Übernahme der Rundfunksparte des Holtzbrincks-Konzerns und damit zahlreicher kommerzieller Hörfunksender durch Bertelsmann/RTL-Group neue Besitzverhältnisse ab. Ob daraus programmliche Veränderungen und stärkere Konkurrenz vor allem für die ARD-Sender erwachsen, ist offen. 2002 konnten die öffentlich-rechtlichen Radios ihren Marktanteil an der Hördauer jedenfalls auf nunmehr 53,5 Prozent steigern. Insgesamt war die Nutzung dieses Mediums nach den Ergebnissen der MA Radio 2002 stabil, so Walter Klingler und Dieter K. Müller in ihrem Beitrag, und auch im Medienvergleich konnte sich das Radio 2002 gut behaupten.
Über den Entwicklungsstand des digitalen Fernsehens in den nordischen Ländern berichtet Aulis Gröhndahl. Schweden und Finnland setzen dabei auf digitales terrestrisches Fernsehen; in Norwegen und Dänemark befindet sich digitales Fernsehen noch im Planungsstadium.

