MPASS

Heft 5/2003

Wolfgang Darschin/Camille Zubayr:
Was leisten die Fernsehsender?
Publikumsurteile über die Fernsehprogramme in den Jahren 1993 bis 2002
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Angela Rühle:
Sportprofile deutscher Fernsehsender 2002
Das Sportangebot im deutschen Free-TV
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Antje Fey:
Das Buch fürs Ohr wird populär
Hörbuch: Definition, Marktentwicklung und Marketingstrategien
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Ekkehardt Oehmichen:
Nutzerstrukturen und Hörerpotenzial des Hörbuchs
Nur Konkurrenz oder auch Chance für das Radio?
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die Urteile von Fernsehzuschauern über die Fernsehsender und deren Programme schwanken in Details von Jahr zu Jahr. Die Gesamturteile - mit den jeweils typischen Stärken und Charakteristika der einzelnen Sender - sind jedoch seit längerer Zeit relativ stabil, wie Wolfgang Darschin und Camille Zubayr in ihrem Beitrag nachweisen. Basierend auf repräsentativen Publikumsbefragungen der letzten zehn Jahre zeigt sich, dass das Erste Programm der ARD von den Zuschauern am stärksten vermisst würde. ARD und ZDF gemeinsam wird die höchste Kompetenz im Bereich der Information zugeschrieben, während die Privatsender von Zuschauern am meisten mit den Begriffen Entspannung und Spaß assoziiert werden. Auffällig stark sind bei der statistischen Auswertung der Faktoren für die Programmbindung das politische Interesse bzw. die Skepsis gegenüber dem politischen System: Sie erklären unter anderem die Präferenz vieler Ostdeutscher für das private Fernsehen.

Sport ist aus der Sicht der Zuschauer neben Information und Unterhaltung nach wie vor der dritte wichtige Angebotskomplex im Fernsehen. Angela Rühle weist in ihrer Analyse der Sportberichterstattung im deutschen Free-TV einen seit Ende der 90er Jahre relativ konstanten Umfang an Sportangeboten nach, wobei nach Sendevolumen die Sportkanäle Eurosport und DSF naturgemäß an der Spitze stehen. Die nähere Analyse der Sportprofile zeigt deutliche Unterschiede nicht nur im Spektrum der berücksichtigten Sportarten, sondern auch in der Bandbreite der in der Sportberichterstattung eingesetzten Sendungsformen. In beidem liegen ARD und ZDF deutlich vor den privaten Sendern.

Hörbücher sind im Kommen - zwei Beiträge im vorliegenden Heft befassen sich mit den spannenden Entwicklungen rund um dieses noch relativ junge Medium: Antje Fey zeichnet zunächst die Geschichte des Hörbuchs nach, von den Anfängen in den 70er Jahren bis zur "crossmedialen" Verwertung von Bestsellern wie "Harry Potter" oder "Herr der Ringe". Die Umsätze mit dem Hörbuch sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gleichzeitig wird das Angebot immer weiter ausdifferenziert und die Vermarktung zunehmend professionalisiert. Hauptverkaufsstätte ist weiterhin der Buchhandel.

Ekkehardt Oehmichen analysiert schließlich die Zusammensetzung und die Präferenzen der Nutzer von Hörbüchern - vor allem auch im Vergleich zum Publikum des klassischen Hörspiels im Radio. Sein vorläufiges Fazit: Die Publika von Hörbuch und Radiohörspiel bzw. -lesung sind bisher weitgehend identisch. Das Hörbuch ist allerdings nicht nur als Konkurrenz zum Radio zu sehen, sondern könnte diesem Chancen eröffnen, neue Publika zu erschließen.