MPASS

Heft 8/2004

Birgit van Eimeren/Heinz Gerhard/Beate Frees:
Internetverbreitung in Deutschland: Potenzial vorerst ausgeschöpft?
ARD/ZDF-Online-Studie 2004
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Maria Gerhards/Annette Mende:
Offliner 2004: Anpassungsdruck steigt, Zugangsbarrieren bleiben bestehen
ARD/ZDF-Offline-Studie 2004
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Ekkehardt Oehmichen/Christian Schröter:
Die OnlineNutzerTypologie (ONT)
ARD/ZDF-Online-Studie 2004
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Christian Breunig:
Online-Werbemarkt in Deutschland 2001 bis 2004
Internet bleibt für die Werbewirtschaft ein Ergänzungsmedium
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Statistik
Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand: 30.6.2004 Internetnutzer weltweit nach Muttersprache
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die aktuelle ARD/ZDF-Online-Studie 2004 zeigt, dass der Anteil der Onlinenutzer an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur noch moderat ansteigt und sich die mit dem Medium verbrachte Zeit offenbar der Sättigungsgrenze annähert. Mit inzwischen 35,7 Millionen Personen ab 14 Jahre gehören 55,3 Prozent der erwachsenen Deutschen zur Gruppe der (zumindest gelegentlichen) Onlinenutzer, während immerhin 28,8 Millionen (44,7 %) das Onlinemedium noch immer meiden. Wie Birgit van Eimeren, Heinz Gerhard und Beate Frees in ihrer Analyse darlegen, ist das Internet unter den Jugendlichen mit einer Abdeckung von 95 Prozent nach wie vor am dichtesten verbreitet, während Menschen ab 50 Jahre und Nicht-Berufstätige unterdurchschnittlich vertreten sind. Onlinenutzer gehen mit dem Internet inzwischen habitualisiert und zielstrebig, zugleich aber weniger experimentierfreudig um als vor einigen Jahren.

Bei den internetabstinenten Personen, den so genannten Offlinern, handelt es sich nach der ARD/ZDF-Offline-Studie 2004 - wie Maria Gerhards und Annette Mende berichten - zu einem großen Teil um ältere Menschen ab 60 Jahre und hier vor allem um Rentner bzw. Nicht-Berufstätige. Die Offliner verzichten bewusst auf die Onlinenutzung, weil sie weder beruflich noch privat einen Computer brauchen und das Angebot der anderen Medien ausreicht. Zugangsbarrieren wie hohe Komplexität und fehlende Nutzungsroutinen, hohe Kosten und geringe Verständlichkeit dürften für alte, gering verdienende und gering gebildete Menschen weiterhin bestehen bleiben.

<tn1></tn1><tab></tab>Die neu entwickelte OnlineNutzerTypologie (ONT) - vorgestellt von Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter - erlaubt auf Basis der ARD/ZDF-Online-Studie 2004 eine plastische Abbildung von sechs Nutzertypen: auf der einen Seite die aktiv-dynamischen Typen der Jungen Hyperaktiven, Jungen Flaneure, Routinierten Infonutzer und E-Consumer, auf der anderen Seite die selektiv-zurückhaltenden Typen der Rand- und Selektivnutzer. Die vier aktiv-dynamischen Nutzertypen kennen sich sehr gut im Internet aus oder sind dabei, die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Selektiv- und Randnutzer bilden die Mehrheit der Onlinenutzer. Sie haben das Internet zwar auch in ihren Alltag integriert, stehen dem Medium aber eher distanziert gegenüber und gehen entsprechend weniger aktiv damit um.

Nachdem vor zehn Jahren in den Vereinigten Staaten die weltweit erste Bannerwerbung geschaltet wurde, hat sich das Internet inzwischen auch in Deutschland als Werbemedium etabliert. Allerdings wurden - so Christian Breunig in seinem Beitrag - die hochgesteckten Erwartungen der Boomjahre 1999/2000 nicht erfüllt, sodass das Internet für die Werbewirtschaft auf absehbare Zeit ein Ergänzungsmedium bleiben wird.