MPASS

Heft 5/2004

Udo Michael Krüger:
Spartenstruktur und Informationsprofile im deutschen Fernsehangebot
Programmanalyse 2003 von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben
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Wolfgang Darschin/Camille Zubayr:
Anders oder gleich? Öffentlich-rechtliche und private Sender im Urteil der Fernsehzuschauer
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung
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Ursula Dehm/Dieter Storll/Sigrid Beeske:
TV-Erlebnistypen und ihre Charakteristika
Das heterogene Fernsehpublikum und seine Erlebnisweisen
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Oliver Turecek/Andreas Grajczyk/Gunnar Roters:
Videobranche boomt dank DVD
Videonutzung und Videomarkt 2003
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ARD-Forschungsdienst:
Digital Divide: Führen Internet und Digitales Fernsehen zu einer neuen Wissenskluft?
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Zusammenfassungen
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Editorial

Während der seit Ende 2003 geführten öffentlichen Debatte um die Erhöhung der Rundfunkgebühren wurden zahlreiche Vermutungen über das öffentlich-rechtliche Fernsehprogrammangebot geäußert: Es sei inhaltlich kaum von dem der Privatsender zu unterscheiden, das öffentlich-rechtliche Informationsangebot sei entpolitisiert, und insgesamt seien die Angebote von ARD und ZDF für viele Zuschauer verzichtbar geworden. Die hier in zwei Beiträgen referierten empirischen Befunde zeigen, dass die Realität anders aussieht.

Das Erste und das ZDF sind bei den Bundesbürgern unverändert beliebt, berichten Wolfgang Darschin und Camille Zubayr aus einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die Ende 2003 durchgeführt wurde. Das Erste wird auch während der laufenden Gebührendebatte als das am wenigsten verzichtbare Programm genannt, Bedeutungsverluste der öffentlich-rechtlichen Sender sind nicht erkennbar. Geschätzt wird vor allem ihre Informationsleistung: Die Nachrichten des Ersten und des ZDF gelten ebenso wie deren politischen Magazine und Diskussionssendungen als die mit weitem Abstand besten vor denen der Privaten. Die Akzeptanz der Privatsender wird dagegen weiterhin von deren Unterhaltungsleistung getragen.

Das Programmangebot rechtfertigt dieses ungebrochene Vertrauen der Bevölkerung in die öffentlich-rechtlichen Sender. Wie die Analyse von Udo Michael Krüger zeigt, machen Informationssendungen fast die Hälfte ihres Fernsehangebots aus, bei den Privaten nur etwas mehr als ein Fünftel. Die politische Berichterstattung wird fast ausschließlich vom Ersten und vom ZDF geleistet: Im Informationsangebot (ohne Nachrichten) stammen während der nutzungsstarken Zeit zwischen 17.00 und 1.00 Uhr 86 Prozent aller Themen aus Politik, Wirtschaft, Zeitgeschichte von den beiden öffentlich-rechtlichen Programmen, nur 14 Prozent von den drei privaten Anbietern RTL, SAT.1 und ProSieben, die ihrerseits in hohem Maße auf Buntes und Human-Interest-Themen setzen. Für die Hauptnachrichten gilt: Das Erste und das ZDF verwenden mehr als 60 Prozent der Sendezeit für Themen aus Politik, Wirtschaft und Zeitgeschichte, bei den Privaten beträgt dieser Anteil nur rund 35 Prozent. Auf bunte und harte Boulevardthemen entfallen dagegen in den privaten Hauptnachrichten 24 bis 36 Prozent der Sendezeit, in "Tageschau" und "heute" kommen solche Themen so gut wie gar nicht vor.

Außerdem in diesem Heft: Ursula Dehm, Dieter Storll und Sigrid Beeske beschreiben eine Fernseherlebnistypologie und ihre Möglichkeiten für die Programmforschung. Oliver Turecek, Andreas Grajczyk und Gunnar Roters berichten über den Videomarkt und die Videonutzung im Jahr 2003; der ARD-Forschungsdienst zum Thema Digital Divide gibt einen Überblick über Studien zur Frage, ob Internet und digitales Fernsehen zu einer neuen Wissenskluft führen.