Heft 9/2005
Massenkommunikation 2005: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich
Ergebnisse der 9. Welle der ARD-ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung
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Mediennutzung und Lebenswelten 2005
Ergebnisse der 9. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie 'Massenkommunikation'
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ma 2005 Radio II: Radio behält Leitfunktion
Aktuelle Daten zur Hörfunknutzung in Deutschland
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Fernsehempfang und PC/Online-Ausstattung in Europa
Ergebnisse des SES ASTRA Satelliten Monitors 2004
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Editorial
Als weltweit einzige repräsentative Intermedia-Studie beobachtet die ARD/ZDF-Langzeitstudie "Massenkommunikation" das Medienverhalten der Bevölkerung über einen sehr langen Zeitraum - inzwischen mehr als 40 Jahre in rund fünfjährigen Schritten. Konstanten und Veränderungen in der Mediennutzung und -bewertung der klassischen Medien Fernsehen, Hörfunk und Tageszeitung spiegeln sich hier ebenso wider wie das Aufkommen neuer Medien (z.B. Internet). Jetzt liegen Ergebnisse der im Frühjahr 2005 durchgeführten neunten Welle vor. Demnach verbringen die Bundesbürger - wie Christa-Maria Ridder und Bernhard Engel in ihrem Beitrag zeigen - inzwischen zehn Stunden täglich mit Medien, also rund anderthalb Stunden mehr als vor fünf Jahren. Das Internet verdreifachte seine Nutzungsdauer seit dem Jahr 2000. Aber auch Fernsehen und Radio dehnten ihre Nutzung aus, sodass sich keine grundlegenden Veränderungen der bisherigen Mediennutzungsmuster in der Gesamtbevölkerung abzeichnen. ARD und ZDF erfreuen sich unverändert hoher Wertschätzung als Vermittler zuverlässiger Information und als Forum demokratischen Diskurses.
In der aktuellen Welle der Langzeitstudie "Massenkommunikation" wurden erstmals die Voraussetzungen geschaffen, um Lebenswelten (sog. Sinus-Milieus) mit der Mediennutzung und -bewertung verknüpfen zu können. Nach den Ergebnissen dieser Zusatzauswertung - so Bernhard Engel und Thomas Windgasse - gelten Radio und Fernsehen in allen gesellschaftlichen Milieus als Basismedien, während die Tageszeitung eine größere Rolle für die Etablierten, Konservativen und Traditionsverwurzelten spielt. Moderne Performer und Experimentalisten nutzen das Internet am stärksten. Fernsehen und Radio sind in den traditionellen Milieus besonders profiliert, und die öffentlich-rechtlichen Programme werden am besten von den gesellschaftlichen Leitmilieus bewertet.
Mit einem weitesten Hörerkreis (WHK) von gut 94 Prozent und einer Tagesreichweite von knapp 80 Prozent nimmt das Radio weiterhin eine starke Position im Medienangebot ein. Die Ergebnisse der neuesten Media-Analyse (ma) Radio 2005 II, die Walter Klingler und Dieter K. Müller in ihrem Beitrag vorstellen, belegen, dass die Radionutzung mittelfristig keine großen Veränderungen zeigt. Auch bei Jugendlichen, die vermehrt mobile Musikabspielgeräte wie MP3-Player nutzen, behält das Radio seine Orientierungsfunktion.
Die Digitalisierung des Fernsehens schreitet in Europa weiter voran, wobei Digitalhaushalte am weitesten in Großbritannien verbreitet sind. Aber auch in Deutschland hat - wie aus den Ergebnissen des SES ASTRA Satelliten Monitors 2004 im Beitrag von Christoph Limmer hervorgeht - die Digitalisierung an Dynamik gewonnen. Eine vergleichbare Dynamik weist auch der PC- und Onlinemarkt in Europa auf.

