MPASS

Heft 3/2005

Camille Zubayr/Heinz Gerhard:
Tendenzen im Zuschauerverhalten
Fernsehgewohnheiten und Fernsehreichweiten im Jahr 2004
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Udo Michael Krüger/Erk Simon:
Das Bild der Migranten im WDR Fernsehen
Ergebnisse einer empirischen Programmanalyse
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Maria Gerhards/Annette Mende:
Die Offliner - eine homogene Gruppe der Internetverweigerer?
Zugangsbarrieren aus typologischer Perspektive
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Tim Colwell:
Interaktives TV: Als Ergänzung zum traditionellen Fernsehen akzeptiert
Eine britische Studie zur Nutzung interaktiver Angebote
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ARD-Forschungsdienst:
Werbewirkung als Interaktion von Werbegestaltung und Rezipient
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Zusammenfassungen
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Editorial

Trotz begrenzter Zeitressourcen steigt der Fernsehkonsum in Deutschland weiter an. Im Jahr 2004 verbrachten die Bundesbürger mehr Zeit mit Fernsehen als je zuvor - dreieinhalb Stunden pro Tag. Dieser Anstieg ist - so Camille Zubayr und Heinz Gerhard in ihrer Analyse der AGF/GfK Fernsehforschungsergebnisse - nicht nur auf Sportereignisse wie Fußball-Europameisterschaften und Olympische Spiele zurückzuführen, die hohe Einschaltquoten erzielten, sondern zeigt sich über das gesamte Jahr hinweg. Marktführer 2004 war Das Erste, vor den gleichauf liegenden Sendern RTL und ZDF. Die meiste Zeit verbrachten die Bundesdeutschen mit Informationssendungen, wobei in erster Linie die öffentlich-rechtlichen Programme genutzt wurden.

Im Zeichen politischer Debatten über Zuwanderung und die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft wird auch die Frage nach dem Beitrag der Medien, speziell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, zum Integrationsprozess gestellt. Udo Michael Krüger und Erk Simon berichten über die Ergebnisse einer Programmanalyse der nichtfiktionalen Sendungen des WDR Fernsehens und stellen fest, dass die Berichterstattung über Migranten vielfältig und umfangreich ist. Sie stellt die Probleme und Erfahrungen der Mitbürger ausländischer Herkunft im Alltag in den Mittelpunkt und vermeidet sowohl negative als auch positive Stereotype.

Bei den Nicht-Nutzern des Internets, den so genannten Offlinern, steigt zwar der soziale Anpassungsdruck, die Zugangsbarrieren bleiben aber insbesondere bei älteren Menschen bestehen. Maria Gerhards und Annette Mende stellen eine Offliner-Typologie vor, die es anhand von fünf Typen erlaubt, Offliner jenseits von soziodemographischen Merkmalen näher zu betrachten. Neben den Nutzungsplanern, die als überzeugt gelten können, sind die Erfahrenen der nächste mögliche "Schwellen-Typ". Sie könnten zu Nutzungsplanern werden, wenn die Anschaffungskosten weiter sinken und ihnen der Nutzwert des Internets stärker bewusst wird. Für Ablehnende und Distanzierte sind die individuellen Stärken des Internets stärker zu kommunizieren.

Die Digitalisierung des Fernsehens ist in Großbritannien im Vergleich zu Deutschland deutlich weiter fortgeschritten. Tim Colwell präsentiert Daten einer aktuellen britischen Studie, die sich speziell mit der Wahrnehmung und Nutzung interaktiver Angebote durch die Zuschauer befasst. Demnach werden interaktive Anwendungen vor allem dann vom Nutzer akzeptiert, wenn sie das traditionelle Fernsehen ergänzen und das Fernseherlebnis nicht unterbrechen oder behindern.

Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst verdeutlicht, dass durch Werbegestaltung vielschichtige Wirkungsprozesse ausgelöst werden.