Heft 2/2005
Die Erlebnisqualität von Fernsehsendungen
Eine Anwendung der TV-Erlebnisfaktoren
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Kulturverständnis in der Bevölkerung
Ergebnisse einer qualitativen Studie in Ost- und Westdeutschland
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Jugendmedienschutz im Urteil der Bevölkerung
Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im November 2004
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'Oprah's Pick', Meinungsführer und das aktive Publikum
Zentrale Fragen der Medienwirkungsforschung im Überblick
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Editorial
Möchten Programmplaner, Programmmacher und Marketingentscheider mehr über die Gründe für den Erfolg von Fernsehsendungen erfahren, bietet es sich an, neben der Messung von Quoten auch Befragungen einzusetzen, die das Erleben des Publikums durch eine differenzierte Betrachtung der Erlebnisweisen von Formaten beschreiben. Diesen Schluss ziehen Ursula Dehm, Dieter Storll und Sigrid Beeske, nachdem sie in einer Vorgängerstudie bereits die fünf TV-Erlebnisfaktoren Emotionalität, Orientierung, Ausgleich, Zeitvertreib und Soziales Erleben identifiziert hatten. So zeigt sich, dass die für die Zuschauer wichtigsten TV-Erlebnisweisen Emotionalität und Orientierung sind und beide sowohl in Unterhaltungs- als auch in Informationssendungen erlebt werden können. Allerdings sind die TV-Erlebnisweisen - auch abhängig vom Format - bei unterschiedlichen Zielgruppen verschieden wirksam.
Auf der Suche nach Kulturangeboten im Fernsehen werden Zuschauer in aller Regel bei den öffentlich-rechtlichen Sendern fündig. Sie sind die mit Abstand führenden Kulturanbieter und stellen insbesondere im Hochkulturbereich ein umfangreiches und vielfältiges Programm zur Verfügung. Wie Gruppendiskussionen mit Kulturinteressierten in West- und Ostdeutschland, über die Katharina Kuchenbuch berichtet, zeigen, wird der Kulturbegriff weit gefasst und enthält auch Formen von Alltagskultur. Große Unterschiede zeigen sich hinsichtlich des Alters der Befragten. Für die öffentlich-rechtlichen Programme gilt es daher, zusätzlich jüngere, an klassischer Kultur weniger interessierte Menschen mit stärker erlebnisorientierten Angeboten anzusprechen.
Jugendschutzrechtlich problematische Sendungen erwarten die Fernsehzuschauer vor allem bei Privatsendern. Laut einer repräsentativen Umfrage bei 1 000 Bundesbürgern ab 18 Jahre - vorgestellt von Gerlinde Schumacher - sehen die Deutschen den Kinder- und Jugendschutz bei den öffentlich-rechtlichen Sendern deutlich besser gewährleistet als bei den privaten. Während Programme wie KI.KA, ARD und ZDF gelobt werden, schreiben die Zuschauer den Privatsendern schon am Nachmittag Sendungen mit problematischen Sendungen zu, wie zum Beispiel Talkshows, japanische Zeichentrickserien, Gerichtssendungen und brutale, gewaltverherrlichende Filme.
Die Medienwirkungsforschung hat seit ihren Anfängen in den 1940er Jahren eine erhebliche Differenzierung erfahren. Einfache Antworten im Sinne von kausalen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen sind heute kaum noch zu erwarten. Michael Jäckel analysiert dagegen in seinem Forschungsüberblick anhand von drei zentralen Aspekten ("starke" Wirkungen, Mehrstufigkeit des Wirkungsprozesses, Rolle des "aktiven" Rezipienten), das Erklärungspotenzial der modernen Wirkungsforschung, auch im Angesicht der neuen Netzmedien.

