MPASS

Heft 12/2005

Udo Michael Krüger/Karl H. Müller-Sachse/Thomas Zapf-Schramm:
Thematisierung der Bundestagswahl 2005 im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen
Ergebnisse des ARD/ZDF-Wahlmonitors
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Stefan Geese/Camille Zubayr/Heinz Gerhard:
Berichterstattung zur Bundestagswahl 2005 aus Sicht der Zuschauer
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung und der GfK-Fernsehforschung
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Ursula Dehm:
Das TV-Duell 2005 aus Zuschauersicht
Eine Befragung des ZDF zum Wahlduell zwischen Herausforderin Angela Merkel und Kanzler Gerhard Schröder
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Sascha Blödorn/Maria Gerhards/Walter Klingler:
Informationsnutzung und Medienauswahl
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zum Informationsverhalten der Deutschen
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die überraschende Ankündigung von Bundestagswahlen im Mai 2005 und der sich daran anschließende fast viermonatige Wahlkampf waren auch für die deutschen Massenmedien eine besondere Herausforderung. Drei Beiträge im vorliegenden Heft beschäftigen sich mit dem Informationsangebot insbesondere des Fernsehens zu dieser Wahl sowie seiner Nutzung und Bewertung durch die Zuschauer:

Das Institut IFEM, Köln, untersuchte rund  1 000 Informationssendungen und 10 000 Sendeminuten aus dem Abendprogramm von ARD/Das Erste, ZDF, RTL und SAT.1. Wie Udo Michael Krüger, Karl H. Müller-Sachse und Thomas Zapf-Schramm in ihrem Beitrag berichten, kamen dabei mehr als vier Fünftel der Wahlinformation von ARD und ZDF, während die Privatsender ihre Wahlberichterstattung gegenüber der letzten Wahl im Jahr 2002 deutlich reduzierten. Zwei Drittel der Berichterstattung entfielen auf Wahlkampfthemen, unter den Sachthemen standen Steuern und Arbeit/Soziales an oberster Stelle.

Wie kam die Fernsehberichterstattung über die Wahlen 2005 bei den Zuschauern an? ARD und ZDF befragten dazu rund 1 200 Wahlberechtigte. Stefan Geese, Camille Zubayr und Heinz Gerhard fassen in ihrem Beitrag Ergebnisse dieser Befragung sowie Daten der GfK-Fernsehforschung zusammen. Mehr als 70 Prozent der Befragten nutzten demnach ausschließlich ARD und ZDF für ihre Wahlinformation. Die öffentlich-rechtlichen Programme erhielten Bestnoten für ihre Wahlsendungen: 79 bzw. 77 Prozent der Befragten vergaben die Noten "sehr gut" oder "gut" für die Wahlinformation bei ARD und ZDF.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des deutschen Fernsehens wurde 2005 auch ein so genanntes TV-Duell der Spitzenkandidaten ausgestrahlt. Gegenüber 2002 schnitt das TV-Duell 2005 im Urteil der Zuschauer besser ab, wie Ursula Dehm berichtet. Die Wahrnehmung der Kandidaten durch die Zuschauer wird dabei wesentlich von ihren Parteipräferenzen beeinflusst, so dass die "Wirkung" des TV-Duells eher begrenzt ist.

Aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet der Beitrag von Sascha Blödorn, Maria Gerhards und Walter Klingler die Informationsfunktion der Medien und die Informationsnutzung durch die Bundesbürger. Die Neuauflage der Studie "Informationsverhalten der Deutschen", durchgeführt Ende 2004, belegt erneut den hohen Stellenwert der Informationsangebote für die Mediennutzer und auch die weiterhin führende Position von Fernsehen, Radio und Tageszeitung - trotz einer wachsenden Rolle des Internets.