MPASS

Heft 11/2005

Bernd-Peter Lange:
Die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Axel-Springer-Konzern
Zu den Prüfungsverfahren beim Bundeskartellamt und der KEK
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Maria Gerhards/Walter Klingler:
Programmangebote und Spartennutzung im Fernsehen
Ergebnisse 2004 und ein Fünfjahresvergleich auf Basis der AGF/GffK-Programmcodierung
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Christoph Gscheidle/Martin Fisch:
Der Einfluss der Computerausstattung auf die Internetnutzung
Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studien 1997 bis 2005
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Oliver Turecek/Andreas Grajczyk/Gunnar Roters:
Videomarkt und Videonutzung 2004
Gute Marktlage trotz Strukturwandels und Raubkopien
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ARD-Forschungsdienst:
Werbung im Umfeld des Sports
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Zusammenfassungen
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Editorial

Der Axel Springer Verlag beabsichtigt, das Fernsehunternehmen ProSiebenSat.1 Media AG zu übernehmen. Sowohl das Bundeskartellamt als auch die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) prüfen derzeit diese geplante Fusion. Die wettbewerbsrechtliche und medienrechtliche Analyse, die Bernd-Peter Lange in seinem Beitrag präsentiert, zeigt das enorme cross-mediale Potenzial, das sich für Springer aus dem Zusammenschluss ergäbe. Auch aus der Sicht des Schutzes der Medienvielfalt und des Meinungspluralismus ist eine Verbindung des führenden Privatfernsehveranstalters mit dem Verlag der Bildzeitung und anderer auflagenstarker Publikationen kritisch zu bewerten. Daher ist mit einer Untersagung des Zusammenschlusses sowohl durch das Bundeskartellamt als auch durch die KEK zu rechnen, mindestens aber mit erheblichen Auflagen für die beteiligten Unternehmen.

Die im Rahmen der AGF/GfK Fernsehforschung durchgeführte Programmcodierung erlaubt den Vergleich von Angebot und Nutzung verschiedener Programmsparten im deutschen Fernsehen. Maria Gerhards und Walter Klingler belegen, dass im Jahresvergleich 2003/2004 nur relativ geringe Veränderungen festzustellen waren. Gegenüber 1999 hat jedoch das Informationsangebot 2004 deutlich zugelegt (plus 6 %-Punkte), während u.a. Fiction, Sport und Unterhaltung einbüßten. Fiction ist allerdings trotz eines Rückgangs um 7 Prozentpunkte weiterhin die meistgenutzte Sparte.

Ein massiver Preisverfall auf dem Computermarkt und und gesunkene Internetkosten waren mitverantwortlich für den Anstieg der Onlinenutzung seit 1997. Dies berichten Christoph Gscheidle und Martin Fisch auf Basis der ARD/ZDF-Online-Studien. Bestimmte Nutzergruppen greifen technische Innovationen in diesem Bereich eher und intensiver auf als andere. Für die Masse der Nutzer existieren auch weiterhin Barrieren, sich mit der eigenen Ausstattung zu beschäftigen. Insgesamt bildet sich aber in den Daten ein deutlicher Trend zu schnelleren Anschlüssen, einer breiteren Palette von Zusatzgeräten und gezieltere Nutzung von Spezialsoftware ab.

In der Videoindustrie hält die positive wirtschaftliche Entwicklung an. Wie Oliver Turecek, Andreas Grajczyk und Gunnar Roters ermittelten, betrug das Umsatzplus der Branche im Jahr 2004 rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Systemwechsel von VHS zu DVD ist inzwischen weitgehend vollzogen. Im Verleihsektor zeigt sich ein Anstieg des Verleihs über Automaten oder das Internet. Probleme bereitet der Branche vor allem die Videopiraterie.