Heft 10/2005
Trends in der Nutzung und Bewertung der Medien 1970 bis 2005
Ergebnisse der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation
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Radiowerbung als Absatzmultiplikator
Ergebnisse einer britischen Studie
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Krimis im deutschen Fernsehen
Angebot, Nutzung und Bewertung von Kriminalfilmen und -serien
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Bücher -' Medienklassiker' mit hoher Erlebnisqualität
Lese-Erlebnistypen und ihre Charakteristika
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Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand am 30.9.2005 Bruttowerbeaufendungen und Werbevolumen in den klassischen Werbemedien bis zum III. Quartal 2005
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Editorial
Das Zeitbudget der Deutschen für Medien scheint nahezu unbegrenzt erweiterbar: Um gut 75 Prozent auf zehn Stunden täglich ist der Medienkonsum der Bundesbürger in den letzten 25 Jahren gestiegen. Dies weist die Langzeitbetrachtung der Befunde der ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation von Birgit van Eimeren und Christa-Maria Ridder aus. Die Ausdehnung ging primär von den elektronischen Medien aus - zunächst vom Fernsehen und vom Radio, in den letzten Jahren verstärkt auch vom Internet und den neuen digitalen Speichermedien. Dabei bleiben Fernsehen und Hörfunk bis heute die den Tagesablauf der Bundesbürger dominierenden Medien. In allen Erhebungswellen entfielen auf sie rund drei Viertel des gesamten Medienzeitbudgets. An den "klassischen" Funktionen von Hörfunk und Fernsehen werde sich nach Ansicht der Autorinnen daher - unabhängig von ihrem Verbreitungsweg - wohl auch zukünftig wenig ändern.
Im Wettbewerb der Medien kann sich auch das Buch nach wie vor behaupten. Lesen rangiert unter den zehn beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, und der Zeitaufwand dafür ist in den letzten fünf Jahren noch gestiegen. Dies mag, so Ursula Dehm, Christoph Kochhan, Sigrid Beeske und Dieter Storll, vor allem an der besonderen Erlebnisqualität liegen, die Leser den Ergebnissen einer Repräsentativbefragung zufolge empfinden. Aussagen aus den Bereichen Emotionalität und Orientierung wie Spaß, Spannung, Entspannung, Anregung und Verständnis beschreiben das Leseerleben am besten und werden im Vergleich zum Fernsehen beim Lesen sogar intensiver erlebt.
Bei der Fernsehnutzung spielen im Fictionbereich die Krimis (Kriminalfilme, Thriller und Krimikomödien) eine besondere Rolle. Mehr als ein Viertel des bundesweiten Fictionkonsums entfällt auf Krimis - wie Camille Zubayr und Stefan Geese in ihrem Beitrag berichten. Drei Viertel aller Bundesbürger schauen pro Woche einen Krimi, wobei der "Tatort" der meistgesehene Krimi im deutschen Fernsehen ist. Eine Repräsentativbefragung ergab, dass das Erste nach Ansicht der Zuschauer die besten Krimis bietet, gefolgt vom ZDF.
Radiowerbung hat offensichtlich eine direkte Wirkung als Absatzmultiplikator, auch weil dieses Medium noch beim Erstellen der Einkaufsliste oder auf dem Weg zum Supermarkt gehört wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Gerhard Franz vorgestellte Studie des Radio Advertising Bureau in London. Danach führt Radiowerbung nicht nur zu einer deutlichen Verkaufsförderung, sondern beeinflusst auch die Wirkung von Sonderpreisaktionen. Wichtig für den Erfolg von Radiowerbung ist nicht zuletzt die Kreativität der Spots.

