Heft 9/2006
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Fernsehen
Daten zur Rezeption und Bewertung
Volltext (pdf) | Kurztext
Die Fußball-WM als Fernsehevent
Analyse der Zuschauerakzeptanz bei Fußball-Weltmeisterschaften 1954 bis 2006
Volltext (pdf) | Kurztext
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Radio
Daten zur Rezeption und Bewertung
Volltext (pdf) | Kurztext
ma 2006 Radio II: Radio behält zentrale Funktion
Standardwährung im Markt
Volltext (pdf) | Kurztext
Volltext (pdf)
Editorial
Die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land war sicherlich auch das Medienereignis des Jahres 2006. Radio und Fernsehen übertrugen die Begegnungen live, wobei im Fernsehen mit RTL erstmals auch ein kommerzieller Free-TV-Sender WM-Spiele zeigte. In Deutschland hat Fußball im Fernsehen eine lange und erfolgreiche Tradition, wie Heinz Gerhard in seiner Analyse der Zuschauerakzeptanz aller Weltmeisterschaften seit 1954 deutlich macht. 2006 wurden mit 56 von insgesamt 64 Spielen mehr Begegnungen als zuvor im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt, davon 48 bei ARD/Das Erste und dem ZDF und acht bei RTL.
Wie wurde das umfangreiche Fußballangebot von den Menschen angenommen? Stefan Geese, Claudia Zeughardt und Heinz Gerhard konstatieren Spitzenwerte in der Fernsehreichweite. Mehr als vier Fünftel aller Bundesbürger ließen sich von der WM in den Bann ziehen und verfolgten mindestens eine Turnierbegegnung live, im Durchschnitt sah jeder Zuschauer 10,5 Spiele. Nur eine Minderheit von 17 Prozent fand das WM-Angebot insgesamt zu umfangreich. Wer die WM nicht vor dem heimischen Bildschirm verfolgte, zählte möglicherweise zu den bis zu 16 Millionen Menschen, die den Spielen im öffentlichen Raum - auf den Fanmeilen, beim Public Viewing, in Gaststätten und Biergärten - zusah. Die Leistungen der Sender im Rahmen der WM wurden insgesamt sehr positiv beurteilt: Drei Viertel (ARD) bzw. vier Fünftel (ZDF) der Zuschauer vergaben für die öffentlich-rechtlichen Sender die Bestnoten sehr gut/gut, für RTL waren es 53 Prozent. 94 Prozent Zuschauer wollen ARD und ZDF auch künftig als WM-Sender sehen.
Welchen Stellenwert hatte das Medium Radio bei der WM 2006? Lothar Mai berichtet, dass einer Repräsentativerhebung zufolge 70 Prozent der Befragten WM-Berichte oder -spiele im Radio genutzt haben, rund 40 Prozent täglich oder fast täglich. Der Vorteil von Radio, sich aktuell und umfassend über die WM informieren zu können, ohne andere Tätigkeiten unterbrechen oder zu Hause sein zu müssen, wurde von vielen Menschen während der WM genutzt, besonders stark von den jungen und mobilen Fußballfans. Diese Bedeutung von Radio haben auch die Ergebnisse der aktuellen ma 2006 Radio II bestätigt, über die Walter Klingler und Dieter K. Müller berichten. Radio begleitet viele Tätigkeiten und ist ein "Überall-Medium": Laut ma 2006 Radio II ist das Radiohören annähernd hälftig auf die Nutzung im Haus (58 %) und außer Haus (42 %) verteilt.
Außerdem in diesem Heft: Im ARD-Forschungsdienst zu "Determinanten der Mediennutzung" wird ein Überblick über Studien zu den Fragen gegeben, warum Menschen bestimmte Medienangebote wählen, wovon Selektionsentscheidungen abhängen und welche Faktoren ausschlaggebend dafür sind, ob ein Programm weiter verfolgt oder abgebrochen wird.

