MPASS

Heft 8/2006

Birgit van Eimeren/Beate Frees:
Schnelle Zugänge, neue Anwendungen, neue Nutzer?
ARD/ZDF-Online-Studie 2006
Volltext (pdf) | Kurztext
Maria Gerhards/Annette Mende:
Offliner: Vorbehalte und Einstiegsbarrieren gegenüber dem Internet bleiben bestehen
ARD/ZDF-Offline-Studie 2006
Volltext (pdf) | Kurztext
Martin Fisch/Christoph Gscheidle:
Onliner 2006: Zwischen Breitband und Web 2.0 - Ausstattung und Nutzungsinnovation
Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studien 1997 bis 2006
Volltext (pdf) | Kurztext
Ekkehardt Oehmichen/Christian Schröter:
Internet im Medienalltag: Verzögerte Aneignung des Angebots
Ergebnisse der OnlineNutzerTypologie in der ARD/ZDF-Online-Studie
Volltext (pdf) | Kurztext
Statistik
Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den klassischen Werbemedien bis zum II. Quartal 2006
Volltext (pdf)
Zusammenfassungen
Volltext (pdf)

Editorial

Die ARD/ZDF-Online-Studie jährt sich 2006 zum zehnten Mal. Waren im Jahr 1997 erst 6,5 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre zumindest gelegentliche Onlinenutzer, so sind es inzwischen - bei einer Steigerungsrate von nur noch 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - 59,5 Prozent (38,6 Millionen Bundesbürger). Da die internetaffinen Zielgruppen weitgehend ausgeschöpft sind, kann weiteres Wachstum nur in den bisherigen Schwellen- und Randgruppen (Frauen, ab 50-Jährige, Nicht-Berufstätige) stattfinden. Bedingt durch schnellere Zugangswege in Verbindung mit multimedialen Anwendungen und dem so genannten Web 2.0 setzen die Anbieter zunehmend auf den aktiven Konsumenten. Wie aus der neuesten ARD/ZDF-Online-Studie 2006 hervorgeht, die Birgit van Eimeren und Beate Frees vorstellen, reagieren die Internetnutzer selbst jedoch (noch) verhalten auf diese Möglichkeiten.

Offliner, das heißt, Personen, die das Internet nicht nutzen, stellen immerhin noch 40,5 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung ab 14 Jahre. Sie ließen sich bisher nicht von Nutzen und Attraktivität des Onlinemediums überzeugen. Nach den Ergebnissen der ARD/ZDF-Offline-Studie 2006 wird jetzt - so Maria Gerhards und Annette Mende in ihrem Beitrag - damit gerechnet, dass auch langfristig mehr als 20 Millionen Menschen dem Internet fernbleiben werden. Argumente gegen das Internet sind für Offliner neben dem angenommenen Suchtpotenzial des Internets zunehmend Vorbehalte wegen pornografischer und extremistischer Inhalte sowie Zweifel an der Datensicherheit und die Befürchtung, dass sich das Internet als "Zeitfresser" erweisen könnte.

Eine Sonderauswertung der ARD/ZDF-Online-Studie von Martin Fisch und Christoph Gscheidle ergibt, dass sich die Onliner derzeit ausstattungstechnisch weitgehend auf dem neuesten Stand bewegen. Änderungen gibt es bei den Zugangswegen: DSL wird massentauglich und löst ISDN ab, während analoge Modems Auslaufmodelle sind. Durch den Breitbandzugang wird die Nutzung multimedialer Angebote, wie Podcasts, Videopodcasts oder RSS-Feeds, erleichtert. Genutzt werden diese Möglichkeiten aber noch selten. Auch das "Mitmach-Internet" (Stichwort Web 2.0) und der so genannte Wohnzimmer-PC stehen noch am Anfang.

Zwar entwickelt sich das Internet immer mehr zu einer multimedialen Plattform. Der Vergleich der Angebots- und Rezeptionsentwicklung, den Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter in ihrem Beitrag vornehmen, zeigt aber, dass derzeit nur eine Minderheit der Onliner überhaupt in der Lage ist, souverän mit multimedialen Angeboten umzugehen. Die einzelnen Online-Nutzertypen erschließen sich die Onlineangebote unterschiedlich breit und tief.