MPASS

Heft 7/2006

Siegfried Weischenberg/Maja Malik/Armin Scholl:
Journalismus in Deutschland 2005
Zentrale Befunde der aktuellen Repräsentativbefragung deutscher Journalisten
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Verena Metze-Mangold/Christine M. Merkel:
Magna Charta der internationalen Kulturpolitik
Die UNESCO-Kulturkonvention vor der Ratifizierung
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Natalie Beisch/Bernhard Engel:
Wie viele Programme nutzen die Fernsehzuschauer?
Analysen zum Relevant Set
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Andreas Vogel:
Stagnation auf hohem Niveau
Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse in Deutschland im I. Quartal 2006
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Zusammenfassungen
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Editorial

Welches Rollenselbstverständnis haben Journalisten heute? Und wie lässt sich dieses in den Medien umsetzen? Antworten auf diese Fragen gibt die Studie "Journalismus in Deutschland 2005", mit der nach der Journalistenenquete von 1993 nunmehr zum zweiten Mal repräsentative Daten zum Berufsfeld erhoben wurden. Wie Siegfried Weischenberg, Maja Malik und Armin Scholl berichten, dominiert das Selbstverständnis des neutral und präzise informierenden Journalisten. Die Kritikfunktion des Journalismus unterstreichen mehr als die Hälfte der Befragten, während nur eine Minderheit eine aktive Beeinflussung der politischen Agenda anstrebt. Auffallendes Ergebnis im Vergleich zur Vorgängerstudie ist ein gesunkener Zeitaufwand für Recherche, für technische und organisatorische Aufgaben muss hingegen mehr Zeit aufgewendet werden.

Medien haben eine Doppelnatur: Sie sind Ware und Kulturgut zugleich und als letztere Träger von Wertvorstellungen und Identität. Somit fallen auch sie unter den Schutz der UNESCO-Kulturkonvention, die sich zur Zeit im Ratifizierungsprozess befindet. Verena Metze-Mangold und Christine M. Merkel beschreiben Ziele und Konflikte im Entstehungsprozess der Konvention sowie ihre wichtigsten Regelungen. Die Kulturkonvention ist das erste völkerrechtliche Abkommen zur Kulturpolitik und eröffnet den Staaten Perspektiven für eine aktive (auch fördernde) Kulturpolitik, wobei die Konvention potenziell im Konflikt mit den Liberalisierungs- und Marktöffnungszielen der Welthandelsorganisation (WTO) steht.

Im Fernsehen nimmt die Zahl der empfangbaren Programme in vielen Ländern im Zuge der Digitalisierung kräftig zu. In Deutschland können derzeit durchschnittlich 54 Fernsehprogramme empfangen werden. Aber wie viele davon nutzen die Zuschauer? Mit dem Konzept des Relevant Set gehen Natalie Beisch und Bernhard Engel dieser Frage nach. Generell zeigt sich: Je mehr Programme zu empfangen sind, desto geringer ist die Ausschöpfung dieses Potenzials. Mit dem meistgenutzten Sender wird bereits ein Drittel der gesamten Fernsehnutzung abgedeckt, zwei Programme decken gut 50 Prozent und zehn Programme über 90 Prozent ab. Als führende Sender mit fast gleichen Rangplätzen im Relevant Set positionierten sich im Untersuchungszeitraum die öffentlich-rechtlichen Programme Das Erste/ARD und ZDF sowie der Privatsender RTL.
Die Situation im Markt der Publikumszeitschriften analysiert Andreas Vogel. Der Konzentrationsgrad des Sektors ist - gemessen als Anteile der vier Großverlage Bauer, Springer, Burda und Gruner+Jahr an der Gesamtauflage - so hoch wie noch nie. Insgesamt stagniert der Markt auf hohem Niveau, stabilen Bruttoumsätzen stehen sinkende Nettowerbeeinnahmen und zahlreichen Titelneugründungen rückläufige Vertriebszahlen gegenüber.