MPASS

Heft 5/2006

Annette Mende/Ulrich Neuwöhner:
Wer hört heute klassische Musik?
ARD-E-Musikstudie 2005: Musiksozialisation, E-Musiknutzung und E-Musikkompetenz
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Ekkehardt Oehmichen/Sylvia Feuerstein:
Klassische Musik im Radio
ARD-E-Musikstudie 2005: Zur Unverzichtbarkeit des Radios für die Musikkultur
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Josef Eckhardt/Erik Pawlitza/Thomas Windgasse:
Besucherpotenzial von Opernaufführungen und Konzerten der klassischen Musik
Ergebnisse der ARD-E-Musikstudie 2005
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Horst Röper:
Probleme und Perspektiven des Zeitungsmarktes
Daten zur Konzentration der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland im I. Quartal 2006
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Statistik
Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den klassischen Werbemedien im I. Quartal 2006
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Zusammenfassungen
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Editorial

Klassische Musik als Angebot der Hochkultur macht einen wesentlichen Teil der ARD-Kulturradioprogramme aus, in vielen Regionen haben die Hörer sogar mehr als nur ein klassikgeprägtes Kulturprogramm zur Auswahl. Welchen Stellenwert hat klassische Musik heute in der bundesdeutschen Bevölkerung?

In einer repräsentativen Studie hat die ARD 2005 die Nutzerpotenziale für E-Musik (klassische Musik und angrenzende Genres) untersucht. Demnach ist eine Bevölkerungsmehrheit von 53 Prozent offen für E-Musik. Für die Herausbildung des musikalischen Geschmacks, so Annette Mende und Ulrich Neuwöhner in ihrem Beitrag, sind beispielsweise der Kontakt mit Klassik in Kindheit und Jugend und in der Schule, das Spielen eines Instrumentes und insgesamt ein klassikaffines familiäres Umfeld wichtige Faktoren. Entscheidend für das spätere Interesse an Klassik ist aber, ob diese Sozialisationsfaktoren positiv oder negativ erlebt wurden. Deutlich wird auch, dass es unter den Klassikinteressierten sehr unterschiedliche Stufen der E-Musikkompetenz gibt. Diese Unterschiede schlagen sich auch in der Musiknutzung nieder: Wer sich gut auskennt, hört auch viel Klassik, sowohl im Radio als auch von Tonträgern oder in Konzerten.

Rund ein Fünftel der Bevölkerung ab 14 Jahre hört klassische Musik im Radio, so Ekkehardt Oehmichen und Sylvia Feuerstein in ihrem Bericht über die Rolle des Hörfunks für die E-Musikinteressierten. Die Hauptnutzungszeiten liegen frühmorgens, vormittags und mittags. Am Abend wird mit höherer Aufmerksamkeit gehört, aber das Radio steht dann auch in stärkerer Konkurrenz zu Tonträgern oder Konzertbesuchen. Durch die Öffnung für an Klassik angrenzende anspruchsvolle Genres wie Jazz, Chansons oder Weltmusik und durch Betonung der musikjournalistischen Kompetenz und des Überraschungs- und Anregungseffektes des Mediums könnten weitere Hörerpotenziale, zum Beispiel aus der mittleren Generation,
wieder stärker an das Radio gebunden werden.

Im Rahmen der ARD-E-Musikstudie wurden auch die Besucherpotenziale für Konzerte und Opern erhoben, über die Josef Eckhardt, Erik Pawlitza und Thomas Windgasse berichten. Nach den Befragungsdaten sind 38 Prozent der Bevölkerung grundsätzlich offen für den Besuch solcher Veranstaltungen. Häufig bzw. regelmäßig gehen aber nur 6 Prozent ins Konzert oder in die Oper.

Probleme und Perspektiven sowie die Konzentrationsentwicklung im deutschen Tageszeitungsmarkt beschreibt Horst Röper. Der Konzentrationsgrad -- gemessen als Anteile der Verlage an der Gesamtauflage -- ist seit der letzten Untersuchung 2004 bei den Tageszeitungen insgesamt um 0,3 Prozentpunkte leicht rückläufig. So entfielen auf die fünf größten Verlage 2006 noch 41,3 Prozent der Auflage, die zehn größten Gruppen gaben noch knapp 56 Prozent der Gesamtauflage heraus. Der leichte Rückgang ist zum großen Teil auch ein Effekt sinkender Auflagen, konzentrationsverstärkende Zukäufe wurden hierdurch teilweise kompensiert.