MPASS

Heft 4/2006

Horst Röper:
Formationen deutscher Medienmultis 2005
Teil 2: Bertelsmann AG, RTL Group, Gruner + Jahr, Burda, WAZ, Holtzbrinck und Bauer
Volltext (pdf) | Kurztext
Udo Michael Krüger/Thomas Zapf-Schramm:
Sparten, Sendungsformen und Inhalte im deutschen Fernsehangebot
Programmanalyse 2005 von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben
Volltext (pdf) | Kurztext
Irina Fritz/Walter Klingler:
Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten
Ergebnisse auf Basis der ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation 2005
Volltext (pdf) | Kurztext
Runar Woldt:
HDTV: Erfolg im zweiten Anlauf?
Das hochauflösende Fernsehen hat noch einige Hürden zu überwinden
Volltext (pdf) | Kurztext
Zusammenfassungen
Volltext (pdf)

Editorial

Die Konzentration in der deutschen Medienbranche ist hoch, auch wenn das Bundeskartellamt und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) die Fusion von Springer und ProSiebenSat.1 nicht genehmigt und damit eine Verschärfung der Lage verhindert haben (vgl. MP 3/2006). Insgesamt sind es nur wenig mehr als eine Handvoll großer Medienunternehmen, die wesentliche Teile von Presse sowie privatem Fernsehen und Hörfunk zu ihren Imperien zählen und zudem in weiteren Märkten wie Druckereien, Film- und Fernsehproduktionen sowie Internet und Multimedia aktiv sind. Horst Röper beschreibt im zweiten Teil seines Beitrags "Formationen deutscher Medienmultis" wichtige Transaktionen, Strategien und Schwerpunktsetzungen dieser Unternehmen.

Ziel aller Konzentrationsdebatten im Mediensektor ist die Sicherung der für Demokratien unerlässlichen politischen Meinungsbildung. Grundlage hierfür ist die umfassende Information über Vorgänge des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Wie informieren die wichtigsten deutschen Fernsehsender? In der jährlichen Analyse der Programme von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben, über die Udo Michael Krüger und Thomas Zapf-Schramm berichten, zeigen sich gerade in der Sparte Information sehr starke Unterschiede zwischen den Sendern des öffentlich-rechtlichen und des kommerziellen Systems, und zwar quantitativer und inhaltlicher Art. Im Ersten und im ZDF sind durchschnittlich 46 Prozent des Programms Information, bei den drei Privatsendern dagegen 24 Prozent. Auf politische und gesellschaftlich relevante Themen entfällt in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten deutlich mehr Sendezeit, und in den übrigen Informationssendungen werden diese Themen fast nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern behandelt.

Wie hat sich die Mediennutzung im Tagesverlauf in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert? Dieser Frage gehen Irina Fritz und Walter Klingler anhand von Daten aus der Langzeitstudie Massenkommunikation nach. Tradierte Nutzungssituationen wandeln sich nur langsam, dennoch veränderten sich im Langzeitvergleich seit 1980 die Zeitbudgets für Mediennutzung zum Teil deutlich, zum Beispiel für Radiohören, das sich außerhalb der Freizeit verdoppelt hat. Die mit dem Fernsehen verbrachte Zeit nahm um rund 70 Prozent zu, und das Internet wird bei steigender Tendenz in Freizeit und Arbeitsleben genutzt. Die Möglichkeiten, Medien - auch neue - in die Tagesabläufe zu integrieren, scheinen noch nicht erschöpft. Für einen zweiten Anlauf macht sich derzeit das hochauflösende Fernsehen (HDTV) bereit, nachdem es vor vielen Jahren bereits einmal in Europa gescheitert war. Heute stehen dank Digitalisierung und preisgünstigerer Empfangsgeräte die Chancen besser, wie Runar Woldt berichtet. Vor allem Pay-TV-Anbieter bieten seit kurzem HD-Kanäle an. Der Durchbruch in den Massenmarkt dürfte jedoch noch einige Jahre brauchen.