MPASS

Heft 2/2006

Udo Michael Krüger:
Fernsehnachrichten bei ARD, ZDF, RTL und SAT.1: Strukturen, Themen und Akteure
Jahresbilanz 2005 des InfoMonitors
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Maria Gerhards/Walter Klingler:
Mediennutzung in der Zukunft
Traditionelle Nutzungsmuster und innovative Zielgruppen
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Ursula Dehm/Dieter Storll/Sigrid Beeske:
Das Internet: Erlebnisweisen und Erlebnistypen
Sich ergänzende und konkurrierende Gratifikationen durch Fernsehen und Internet
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Michael Meyen/Senta Pfaff:
Rezeption von Geschichte im Fernsehen
Eine qualitative Studie zu Nutzungsmotiven, Zuschauererwartungen und zur Bewertung einzelner Darstellungsformen
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ARD-Forschungsdienst:
Radiowerbung
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Zusammenfassungen
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Editorial

Seit Januar 2005 erfasst der InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, kontinuierlich die Berichterstattung in den vier Hauptnachrichtensendungen von ARD/Das Erste, ZDF, RTL und SAT.1 sowie der beiden Nachrichtenmagazine "Tagesthemen" und "heute-journal". Erst durch ein derartiges langfristiges Monitoring lassen sich Kontinuität und Wandel der Nachrichtenstrukturen angemessen untersuchen, wie Udo Michael Krüger in seiner Bilanz für das Jahr 2005 erläutert.

Es zeigt sich unter anderem, dass die öffentlich-rechtlichen Nachrichten ein deutlich anderes Themenprofil besitzen als die privaten. Während etwa "Tagesschau" und "heute" im Jahresdurchschnitt auf 50 bzw. 39 Prozent Politikthemen kamen, waren es bei "RTL aktuell" 23 Prozent und bei "SAT.1 News" 26 Prozent. Die Nachrichten von ARD und ZDF berichten thematisch breiter über das Ausland und die internationale Politik. Bei den Privaten spielen bunte Themen und Human Interest eine größere Rolle, auch in der Auslandsberichterstattung.

Information und Orientierung zählen neben Entspannung und Unterhaltung zu den wichtigsten Motiven der Fernsehnutzung. Maria Gerhards und Walter Klingler, prognostizieren, dass im Bereich Information der Trend zum Servicetainment anhalten wird, insgesamt die emotionalen Aspekte der Fernsehnutzung jedoch an Bedeutung gewinnen werden. Das Medien-Zeitbudget wird insgesamt weiter steigen, die Parallelnutzung von Medien zunehmen, und das Internet wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren von über 70 Prozent der Bevölkerung genutzt werden.

Welche Erlebnisweisen bietet das Internet den Menschen und ähneln diese den Erlebnisweisen des Fernsehens? Ursula Dehm, Dieter Storll und Sigrid Beeske ermittelten in ihrer Studie deutliche Unterschiede zwischen den beiden Medien. Das emotionale Erleben, aber auch Ausgleich spielen beim Internet eine geringere Rolle; diesbezügliche Gratifikationserwartungen werden vom Fernsehen besser erfüllt. Demgegenüber sind Zeitvertreib und Soziales Erleben beim Internet wichtiger. Zeitgeschichte im Fernsehen "boomt". Michael Meyen und Senta Pfaff berichten über eine qualitative Studie, derzufolge die wichtigsten Motive der Zuschauer die Bedürfnisse nach Identität und Orientierung sind. Geschichtssendungen erweisen sich besonders dann als interessant, wenn sie Bezüge zu aktuellen politischen Fragen haben oder an Gedenkereignisse anknüpfen.
Außerdem in diesem Heft: der ARD-Forschungsdienst mit neueren Forschungsergebnissen zur Radiowerbung.