MPASS

Heft 11/2006

Christian Breunig:
Mobiles Fernsehen in Deutschland
Angebote und Nutzung
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Birgit van Eimeren/Beate Frees:
Zukünftige Medien: Praxistauglich für den Konsumenten?
Eine Analyse auf Basis der Daten der ARD/ZDF-Online-Studie und der ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation
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Maria Gerhards/Walter Klingler:
Programmangebote und Spartennutzung im Fernsehen 2005
Kontinuität oder Brüche durch den medialen Wettbewerb?
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Michael Jäckel/Sabine Wollscheid:
Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im familialen Kontext
Eine Analyse mit Zeitbudgetdaten
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die Möglichkeiten, auf digitalen Verbreitungswegen fernzusehen, verändern sich derzeit ständig. Dies gilt auch für mobiles Fernsehen, das heißt Handy-TV und Fernsehen auf anderen portablen Geräten, zum Beispiel mittels DVB-T. Wie Christian Breunig in seiner Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklung zeigt, gewinnt mobiles Fernsehen in Deutschland aber erst langsam an Fahrt.

Gibt es überhaupt einen Bedarf für mobiles Fernsehen? Hier ist derzeit - optimistischen Marktprognosen zum Trotz - eher Skepsis angebracht. Erste Projekterfahrungen, aber auch Umfrageergebnisse deuten auf ein eher verhaltenes Interesse der Bürger an mobilem Fernsehen hin und vor allem auf eine geringe Zahlungsbereitschaft für solche Angebote.

Nicht nur mobiles Fernsehen könnte die Fernsehnutzung verändern, auch neue Möglichkeiten individualisierten TV-Konsums, zum Beispiel zeitversetzt mit Hilfe von digitalen Videorecordern oder als On-Demand-Stream via Internet. Haben die klassischen linear ausgestrahlten Fernseh- und Hörfunkprogramme noch eine Zukunft? Birgit van Eimeren und Beate Frees kommen auf Basis von Daten der ARD/ZDF-Online-Studie und der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation zu dem Ergebnis, dass lineares Fernsehen auch künftig seine Bedeutung behalten wird und sich neue Angebote nur in dem Maße durchsetzen werden, in dem sie einen Mehrwert für den Nutzer bieten.

Auch ein Vergleich von Angebot und Nutzung der verschiedenen TV-Sparten anhand von Daten der AGF/GfK-Programmcodierung, die mit 20 erfassten Programmen gut 90 Prozent der Fernsehnutzung repräsentiert, legt keinen schnellen grundsätzlichen Wandel der Fernsehgewohnheiten nahe. Blickt man fünf Jahre zurück, haben sich zwar einige Verschiebungen in der Nutzung der angebotenen Sparten ergeben - beispielsweise wird Information/Infotainment stärker nachgefragt, während Ratespiele/Quiz im Bereich Unterhaltung weniger gesehen werden -, doch geschieht dies vor dem Hintergrund einer weiter gestiegenen Tagesreichweite und Sehdauer des Fernsehens.

Wie nutzen Kinder und Jugendliche die Medien und welche Rolle spielt dabei das Vorbild der Eltern? Dieser Frage gehen Michael Jäckel und Sabine Wollscheid in ihrer Sekundäranalyse von Zeitbudgetdaten nach. Ihre Befunde: Unter Berücksichtigung des Familienumfeldes lassen sich sowohl jugendliche Nutzer finden, deren mediale Gewohnheiten denjenigen ihrer Eltern entsprechen als auch solche, die dem widersprechen. Insgesamt zeigt sich, dass Lese- und Fernsehgewohnheiten von Heranwachsenden nach wie vor in hohem Maße bildungsabhängig sind.