Heft 10/2006
Handy-TV - Faktoren einer erfolgreichen Markteinführung
Ergebnisse einer repräsentativen Primärstudie
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Kostenlose Pendlerzeitungen in Europa
Anbieter, Angebote, Strategien
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Gratiszeitungen und etablierte Zeitungsverlage
(Mögliche) Effekte eines neuen Pressetyps
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Gratiszeitungen - ein Verstoß gegen die Pressefreiheit?
Befunde eines Rechtsgutachtens
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Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand am 31.3.2006 und 30.6.2006
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Editorial
Neue Medientechnologien erlauben inzwischen auch mobiles Fernsehen. Die ersten Handy-TV-Angebote sind bereits im Markt. Aber stoßen diese neuen Möglichkeiten überhaupt auf Interesse? Die Ergebnisse einer Repräsentativbefragung unter 14- bis 69-Jährigen zu neuen Telekommunikations- und Medienangeboten, über die Ralf Kaumanns und Veit Siegenheim berichten, hinterlassen Skepsis. Zwar ist die Möglichkeit, mittels des Handys fernzusehen, gut vier Fünfteln der Befragten bekannt, Interesse daran bekundet jedoch nicht einmal jeder Zehnte. Einen persönlichen Mehrwert durch Handy-TV sehen die meisten Befragten nicht. Damit sind wesentliche Faktoren für die erfolgreiche Diffusion von Handy-TV im deutschen Markt (noch) nicht vorhanden. Allein die ganz jungen Altersgruppe unter 20 Jahre äußert immerhin zu gut einem Drittel Interesse am Fernsehen per Handy.
Die Jüngeren sind es auch, die sich dem neuen Pressetyp der Gratiszeitungen besonders stark zuwenden. Diese kostenlosen Printprodukte, die auch Pendlerzeitungen genannt und den Menschen vorwiegend auf dem Weg zur Arbeit angeboten werden, haben sich - außer in Deutschland - mittlerweile in vielen Ländern etabliert. Ihre Gesamtauflage beläuft sich, so Marcus Haas in seinem Überblick über Konzepte, Angebote und Strategien der wichtigsten Anbieter, allein in Europa auf gut 19 Millionen Exemplare. Die etablierten Zeitungsverlage zeigen unterschiedliche Reaktionsmuster. Sie reichen von Verhinderungsstrategien (z.B. juristische Auseinandersetzungen) über die Aufnahme des Wettbewerbs durch Betonung eigener Stärken bis zur Herausgabe eigener Gratistitel als Gegenstrategie. Substitutionseffekte, so Horst Röper in seiner Analyse (möglicher) Auswirkungen des neuen Pressetyps, sind nach bisherigen Erkenntnissen gering. Auflagenrückgänge entgeltfinanzierter Zeitungen haben eher andere Ursachen. So sind ihre Reichweiten insbesondere in der jüngeren Generation seit Jahren rückläufig, während die bisherige Entwicklung zeigt, dass Gratiszeitungen gerade hier neue Leserschaften erschließen können.
In Deutschland waren und sind bei der bisher erfolgreichen Abwehr von kostenlosen Zeitungen juristische Auseinandersetzungen ein wichtiges Instrument. Mittlerweile spielen dabei verfassungsrechtliche Argumente eine immer größere Rolle. Die Verleger entgeltfinanzierter Zeitungen sind der Auffassung, dass durch die Gratispresse ihr Grundrecht auf Pressefreiheit verletzt werde. Bernd Holznagel kommt in seiner Auseinandersetzung mit diesem zentralen Einwand zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr eröffneten Gratiszeitungen die Chance, den Wettbewerb und die Meinungsvielfalt auf den Pressemärkten zu verbessern.
Außerdem in diesem Heft: Im ARD-Forschungsdienst werden Studien vorgestellt, die sich unter anderem mit (Markt-)Chancen und den möglichen Auswirkungen neuer Angebote wie iTV oder Mobile TV auf die Mediennutzung befassen.

