MPASS

Heft 2/2007

Udo Michael Krüger:
InfoMonitor 2006: Fernsehnachrichten bei ARD, ZDF, RTL und SAT.1
Strukturen, Themen und Politikerpräsenz
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Sabine Feierabend/Albrecht Kutteroff:
Medienumgang Jugendlicher in Deutschland
Ergebnisse der JIM-Studie 2006
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Christoph Neuberger/Christian Nuernbergk/Melanie Rischke:
Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?
Eine Forschungssynopse zum Wandel der Öffentlichkeit im Internet
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Christina Holtz-Bacha:
Von der Fernseh- zur Mediendiensterichtlinie
Die Neufassung der europäischen Fernsehregulierung
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Zusammenfassungen
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Editorial

Öffentlich-rechtliche Nachrichtensendungen enthalten viel Politik, die Unterschiede zu den Hauptnachrichten der Privatsender sind klar und eindeutig. So lautet die Bilanz des zweiten Jahresberichts des InfoMonitors, der kontinuierlichen Analyse der wichtigsten deutschen Fernsehnachrichten. Wie Udo Michael Krüger darlegt, hat sich die Differenz in der Politikberichterstattung, die in den öffentlich-rechtlichen Hauptnachrichten etwa doppelt so umfangreich ist wie in den privaten Angeboten, im vergangenen Jahr sogar noch vergrößert. Auch bei Auswahl und Gewichtung der einzelnen Themen zeigt sich bei "Tagesschau" und "heute" eine starke Präferenz für Politisches, bei "RTL aktuell" und "SAT.1 News" für bunte Themen.

Für Jugendliche werden Computer immer wichtiger. Nach den Ergebnissen der JIM-Studie Jugend, Information, (Multi-)Media 2006 stuften die Zwölf- bis 19-Jährigen erstmals den Computer als das am wenigsten entbehrliche Medium ein, Fernsehen und Internet landeten gemeinsam auf Rang zwei. Wie Sabine Feierabend und Albrecht Kutteroff berichten, werden Computer von den Jugendlichen vor allem wegen ihrer Multifunktionalität geschätzt. Insgesamt wird deutlich, dass die neu hinzugekommenen Medien und Nutzungsmöglichkeiten (z.B. im Internet) geschlechts- und bildungsspezifische Unterschiede bei Jugendlichen eher noch verstärken.

Computer und Internet zeigen auch Auswirkungen auf den Journalismus. Mit der Frage, wie sich die Möglichkeit der aktiven Teilhabe aller User an der Kommunikation im Internet auf den professionellen Journalismus auswirkt, befassen sich Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke in ihrer Synopse bisheriger Forschungsergebnisse zum Thema Weblogs. Die Analyse legt eine differenzierte Betrachtungsweise nahe, zeigen sich doch bisher nur wenig gesicherte und teilweise widersprüchliche Erkenntnisse. Eine in diesem Beitrag erstmals veröffentlichte Umfrage der Autoren unter den Leitern deutscher Nachrichtenredaktionen sieht Weblogs überwiegend in Komplementärrollen.

Die Fernsehrichtlinie, das Kernstück der europäischen Medienregulierung, befindet sich derzeit in der Überarbeitung durch die EU-Institutionen. Christina Holtz-Bacha stellt in ihrem Beitrag die wesentlichen Neuerungen und Konstanten im künftig "Mediendiensterichtlinie" genannten Instrument vor. Hauptaspekt ist der Wechsel hin zu einer plattformneutralen Regulierung, die sowohl traditionelles, lineares Fernsehen als auch nicht-lineare Dienste erfassen wird. Grundsätzlich ist die europaweite Regelung der Mediendienste zu begrüßen; sie bedeutet gleichzeitig aber auch eine Kompetenzerweiterung der EU gegenüber den Mitgliedstaaten.