MPASS

Heft 9/2007

Erk Simon:
Migranten und Medien 2007
Zielsetzung, Konzeption und Basisdaten einer repräsentativen Studie der ARD/ZDF-Medienkommission
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Mignon Walter/Ute Schlinker/Christiane Fischer:
Fernsehnutzung von Migranten
Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie "Migranten und Medien 2007"
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Ekkehardt Oehmichen:
Radionutzung von Migranten
Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie "Migranten und Medien 2007"
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Walter Klingler/Dieter K. Müller:
Radio behauptet seine Position im Wettbewerb
Wichtige Ergebnisse und Trends aus der ma 2007 Radio II
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Dokumentation
Integration und kulturelle Vielfalt - Querschnittsaufgabe in der ARD
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Zusammenfassungen
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Editorial

"Integrationsgipfel", "Islamkonferenz", "Nationaler Integrationsplan" - das Hineinwachsen von Zuwanderern in die bundesrepublikanische Gesellschaft ist eine Frage von höchstem politischen Rang. Medien spielen im Integrationsprozess eine wichtige Rolle. Die Grundlagenstudie "Migranten und Medien 2007", von der ARD/ZDF-Medienkommission in Auftrag gegeben und von der Hertie-Stiftung unterstützt, liefert wichtige Basisdaten für weitere Integrationsbemühungen der Medien. Die Kernergebnisse geben durchaus Anlass für Optimismus: Deutschsprachige Medien spielen für Migranten eine große Rolle; eine ausgeprägte mediale Parallelgesellschaft gibt es nicht.

Die Studie berücksichtigt die sechs größten Migrantengruppen in Deutschland, nämlich Personen mit türkischem, italienischem, griechischem, polnischem und (als eine Gruppe) kroatischem, serbisch/montenegrinischem und bosnisch/herzegowinischem Migrationshintergrund sowie russische Spätaussiedler. Erk Simon beschreibt Zielsetzung und Konzeption der methodisch aufwendigen Erhebung und bilanziert die wichtigsten Ergebnisse für alle vier untersuchten Medien Fernsehen, Radio, Tageszeitung und Internet. Ausschließlich heimatsprachige Medien nutzt nur ein kleiner Teil der Migranten, die überwiegende Mehrheit ist von deutschsprachigen Medien gut erreichbar. Gute Deutschkenntnisse erweisen sich als wichtige Voraussetzung für die Integrationsleistungen deutscher Medien.

Fernsehen ist das meist genutzte Medium der Zuwanderer, und, so Mignon Walter, Ute Schlinker und Christiane Fischer in ihrem Beitrag, es ist für sie in erster Linie ein Unterhaltungsmedium, eine Funktion, die vor allem Privatsender erfüllen. Auch öffentlich-rechtliche Programme werden regelmäßig eingeschaltet, wenn auch in geringerem Umfang als von Deutschen. ARD und ZDF stehen bei Migranten für glaubwürdige und relevante Information. Heimatsprachiges Fernsehen spielt vor allem für türkische und italienische Zuwanderer eine wichtige Rolle.

Wie nutzen Migranten das Medium Radio? Insgesamt erzielt der Hörfunk bei ihnen deutlich geringere Reichweiten als bei der deutschen Bevölkerung, wie Ekkehardt Oehmichen schreibt. Öffentlich-rechtliche und private Hörfunkprogramme erreichen die Migranten in etwa gleichem Maße.
In der deutschen Bevölkerung ist Radio den Ergebnissen der ma 2007 Radio II zufolge nach wie vor alltäglicher Begleiter. Tagesreichweite und Hördauer sind, so berichten Walter Klingler und Dieter K. Müller, im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, die öffentlich-rechtlichen Programme binden nach wie vor die meisten Hörer.