MPASS

Heft 10/2007

Christian Breunig:
IPTV und Web-TV im digitalen Fernsehmarkt
Fernsehen und Internet rücken weiter zusammen
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Sabine Feierabend/Walter Klingler:
Kinder und Medien: Ergebnisse der KIM-Studie 2006
Der Medienumgang Sechs- bis 13-Jähriger nach Sinus-Milieus
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Gerhard Franz:
Die IPA-TouchPoints-Initiative
Ein intermedialer Planungsansatz für den britischen Werbemarkt
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Hans-Jürgen Bucher/Peter Schumacher:
Tabloid versus Broadsheet: Wie Zeitungsformate gelesen werden
Eine vergleichende Rezeptionsstudie zur Leser-Blatt-Interaktion
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ARD-Forschungsdienst:
Nutzung und Funktionen neuer Medien bei Kindern und Jugendlichen
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die Forderung nach einem Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist in jüngster Zeit wieder in die medienpolitische Debatte eingebracht worden. Dabei hat sich die Teilfinanzierung durch Werbung bei ARD und ZDF bewährt, wie Christa-Maria Ridder und Karl-Heinz Hofsümmer in ihrem Beitrag zu "Wert und Relevanz der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk" darlegen. Die Werbung dort hat wichtige Korrektivfunktionen für Programm und Werbemarkt. Sie ermöglicht der Wirtschaft den Zugang zu sonst kaum erreichbaren Zielgruppen und sie sichert die Relevanz des Werbeträgers Radio. Ihre Abschaffung würde eine deutliche Erhöhung der Gebühr nötig machen und die öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme von wichtigen zuschauerbindenden Programmangeboten wie Sport und großen Events abschneiden, da die Rechte dafür heute ohne die Möglichkeit von Werbung und Sponsoring kaum noch erworben werden können.

Unterschiedliche Konzepte kennzeichnen die Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehsender. Dies zeigt sich auch im dritten Jahr des InfoMonitors, der regelmäßigen Nachrichtenanalyse des Kölner IFEM-Instituts, die Udo Michael Krüger vorstellt. Nach wie vor gilt: ARD und ZDF berichten ausgiebiger über Politik sowie politiknahe Bereiche und weniger über nichtpolitische Themen, die Nachrichten von SAT.1 und RTL gewichten Politik geringer und öffnen sich breiter für Themen mit alltags- und boulevardnahem Charakter. Als Beispiel für einen kleineren Privatsender wurden die Nachrichten von RTL II gesondert untersucht: Hier liegt der Schwerpunkt auf Showbiz und Lifestyle, deutlich abweichend vom traditionellen Nachrichtenverständnis.

Mit der Zukunft der telemetrischen Zuschauerforschung befasst sich der Beitrag von Bernhard Engel. Das Fernsehen unterliegt starken Veränderungen: die Vervielfachung der Verbreitungskanäle, neue Nutzungskontexte, Erweiterungen des Mediums durch Such- und Navigationsmöglichkeiten oder nicht-lineares Fernsehen stellen auch die Zuschauerforschung vor neue Herausforderungen. Sie muss künftig auch für neue Märkte und Geschäftsmodelle relevant sein. Kernaufgabe wird die differenzierte Erfassung des Nutzerverhaltens bleiben, allerdings wird die Steuerung des Angebots als Voraussetzung für die Nutzung eine größere Rolle spielen.

Reichweiten und Auflagen der Tagespresse, insbesondere der lokalen Abonnementzeitungen, sind in Deutschland seit Jahren rückläufig. Wiebke Möhring und Dieter Stürzebecher gehen in ihrer Studie der Frage nach, welche Bedeutung in diesem Zusammenhang der publizistische Wettbewerb der Zeitungen hat. Anhand der Entwicklung der Auflagendichte (verkaufte Auflage je 1 000 Einwohner) 1996 bis 2006 wird deutlich, dass Abonnementzeitungen in Wettbewerbsgebieten eine höhere Auflagendichte erzielen als in Monopolgebieten. Publizistischer Wettbewerb stärkt also die Zeitungen.