MPASS

Heft 11/2007

Dirk Martens/Rolf Amann:
Podcast: Wear-out oder Habitualisierung?
Paneluntersuchung zur Podcastnutzung
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Christoph Wild:
Wahrnehmungs- und Wirkungschancen von Radio- und Onlinewerbung
Ergebnisse der Studie Radio/On
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Walter J. Schütz:
Deutsche Tagespresse 2006
Trotz Anzeigen- und Auflagenverlusten kaum Zeitungskrise spürbar
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Walter J. Schütz:
Redaktionelle und verlegerische Struktur der deutschen Tagespresse
Übersicht über den Stand 2006
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Zusammenfassungen
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Editorial

Podcasting verzeichnet ein rasant wachsendes Angebot und steigende Nutzerzahlen - auch wenn es auf absehbare Zeit ein Nischenangebot neben den traditionellen Medien bleiben wird. Inhaltliche Vielfalt und Professionalität des Podcastangebots sind deutlich gestiegen. Für einen harten Kern der Nutzer gehören Podcasts inzwischen fest zum Medienalltag dazu. Dies zeigt eine Panelbefragung zur Podcastnutzung, über die Dirk Martens und Rolf Amann berichten. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass bei vielen gelegentlichen Usern die Nutzung stagniert oder sogar zurückgeht, vor allem auch wegen des nicht unerheblichen Zeitaufwands. Die Radio- und Fernsehsender haben sich als Podcastproduzenten einen guten Ruf erworben. Die Nutzer schreiben ihnen besondere Kompetenz in vielen Inhaltskategorien zu. Damit spricht der Rundfunk auch jene jüngeren Zielgruppen an, die den traditionellen Medien eher fernstehen, und schafft sich so eine Chance, auch diese mit seinem Programmangebot zu erreichen.

Die Einnahmen aus Onlinewerbung haben sich in den letzten drei Jahren verdoppelt.  Christoph Wild berichtet über eine Studie, die Wahrnehmung und Wirkung von Radio- und Internetwerbung vergleichend untersucht. Zentrale Bestandteile der als Studiotest mit 500 Teilnehmern in zwei Gruppen angelegten Studie Radio/On sind unter anderem die Recallmessung, die Bewertung der erinnerten Werbung und die allgemeine Einstellung zur Werbung. Die Markenerinnerung erweist sich beim Medium Radio als deutlich besser. Onlinewerbung gilt als moderner, aber sie stört die Befragten auch deutlich stärker als Werbespots im Radio.

Wie haben sich die Strukturen auf dem deutschen Zeitungsmarkt entwickelt? Dieses „alte“ Medium hat seit Längerem mit Auflagen- und Anzeigenverlusten zu kämpfen. Dennoch ist, so das Resümee von Walter J. Schütz in seiner Analyse der Verlagsstrukturen bei den Tageszeitungen zwischen Oktober 2004 und September 2006, die befürchtete Zeitungskrise kaum eingetreten. Der Auflagenrückgang hat sich verlangsamt, Zeitungseinstellungen blieben die Ausnahme. Allerdings hat die Zahl der Ein-Zeitungskreise, in denen Leser keine Alternative zur örtlichen Tageszeitung besitzen, weiter zugenommen. Konsequenzen für den journalistischen Arbeitsmarkt und für die publizistische Qualität sind durch das so genannte redaktionelle Outsourcing zu befürchten, das vor allem bei Verlagen zu beobachten ist, die in ihren Verbreitungsgebieten ohne Wettbewerber agieren können.