Heft 12/2007
Gebührenurteil: Die Bedeutung liegt in der Kontinuität
Anmerkungen zum Rundfunkgebührenurteil des BVerfG
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Programmangebote und Spartennutzung im Fernsehen 2006
Spartennutzung in Zeiten des Medienwandels
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Bücher und Lesen im Kontext unterschiedlicher Lebenswelten
Nutzung und Bedeutung von Büchern im Medienvergleich unter Berücksichtigung webbasierter Alternativen
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Strategien für den analogen Switch-off des Fernsehens
Die Entwicklung im internationalen Vergleich
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Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand am 30.9.2007 Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den klassischen Werbemedien bis zum II. Quartal 2007
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Editorial
Mit seinem Gebührenurteil vom 11. September 2007 hat das Bundesverfassungsgericht die Rolle von ARD und ZDF als Akteure der Medienentwicklung deutlich gestärkt. In Kontinuität zu bisherigen Rundfunkentscheidungen hat das Gericht unter expliziter Betrachtung der aktuellen Veränderungen im Mediensektor die Bestands- und Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht nur bestätigt, sondern sogar positiv weiterentwickelt. Mit dieser Ausrichtung steht das Urteil, wie Martin Eifert darlegt, in Spannung zur bestehenden Rechtsauffassung der Europäischen Kommission im Beihilfestreit. Er plädiert daher für eine stärkere Beachtung des Amsterdamer Protokolls und des Grundsatzes der Staatsferne des Rundfunks im Europarecht.
Die Fernsehnutzung in Deutschland weist trotz der Veränderungen in der Medienwelt insgesamt eine hohe Stabilität auf. Wie Maria Gerhards und Walter Klingler in ihrer Analyse nach Programmsparten feststellen, ist allerdings im mittelfristigen Vergleich die Informationsnutzung gestiegen, vor allem im Soft-News- und Infotainmentsektor, und die Fictionnutzung gesunken. Insgesamt galt aber auch im vergangenen Jahr, dass Fiction und Unterhaltung einen höheren Anteil an der Nutzung als am Angebot hatten, bei Information/Infotainment war es umgekehrt.
Welche Bedeutung hat das Medium Buch im Umfeld anderer zentraler Medien und welche Bedeutung hat es bei Menschen unterschiedlicher Lebenswelten? Christoph Kochhan und Kristiane Schengbier berichten über eine aktuelle Lesestudie, wonach das Medium Buch nach wie vor einen wichtigen Stellenwert im Medienbudget der Menschen hat. Jede fünfte Befragte liest privat täglich oder fast täglich in einem Buch, wobei sich die verschiedenen Lebensstilgruppen in ihrem Leseinteresse deutlich unterscheiden. Die Studie zeigt auch, dass die Möglichkeiten des Internets bei der Recherche nach Büchern und Buchinhalten bereits heute beträchtliche Akzeptanz finden.
In vielen Ländern rückt der Zeitpunkt der Abschaltung der analogen terrestrischen Fernsehübertragung näher. Internationale Erfahrungen zeigen - wie Runar Woldt in seinem Beitrag berichtet -, dass die Erwartung, der Markt würde den analogen "Switchover" am besten bewältigen, getrogen hat. Der Umstieg von analoger auf digitale Technik wird heute als komplexe gesellschaftliche Herausforderung verstanden, bei der eine zielführende Strategie und koordiniertes Handeln unabdingbar sind. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk spielt beim Switchover eine besondere Rolle und trägt maßgeblich dazu bei, die digitale Terrestrik als konkurrenzfähige Infrastruktur zu erhalten.
Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst stellt neuere Studien zur Werbewirkungsforschung vor.

