MPASS

Heft 2/2008

Christa-Maria Ridder/Karl-Heinz Hofsümmer:
Wert und Relevanz der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte
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Udo Michael Krüger:
InfoMonitor 2007: Unterschiedliche Nachrichtenkonzepte bei ARD, ZDF, RTL und SAT.1
Ergebnisse der kontinuierlichen Analyse der Fernsehnachrichten
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Bernhard Engel:
Überlegungen zur Zukunft der Fernsehforschung
Von der Messung des Zuschauerverhaltens zum Investitionscontrolling für das Medium Fernsehen
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Wiebke Möhring/Dieter Stürzebecher:
Lokale Tagespresse: Publizistischer Wettbewerb stärkt Zeitungen
Die Entwicklung der Auflagendichte lokaler Abonnementzeitungen 1996 bis 2006
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Statistik
Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den klassischen Werbemedien bis zum IV. Quartal 2007
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Zusammenfassungen
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Editorial

Die Forderung nach einem Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist in jüngster Zeit wieder in die medienpolitische Debatte eingebracht worden. Dabei hat sich die Teilfinanzierung durch Werbung bei ARD und ZDF bewährt, wie Christa-Maria Ridder und Karl-Heinz Hofsümmer in ihrem Beitrag zu "Wert und Relevanz der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk" darlegen. Die Werbung dort hat wichtige Korrektivfunktionen für Programm und Werbemarkt. Sie ermöglicht der Wirtschaft den Zugang zu sonst kaum erreichbaren Zielgruppen und sie sichert die Relevanz des Werbeträgers Radio. Ihre Abschaffung würde eine deutliche Erhöhung der Gebühr nötig machen und die öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme von wichtigen zuschauerbindenden Programmangeboten wie Sport und großen Events abschneiden, da die Rechte dafür heute ohne die Möglichkeit von Werbung und Sponsoring kaum noch erworben werden können.

Unterschiedliche Konzepte kennzeichnen die Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehsender. Dies zeigt sich auch im dritten Jahr des InfoMonitors, der regelmäßigen Nachrichtenanalyse des Kölner IFEM-Instituts, die Udo Michael Krüger vorstellt. Nach wie vor gilt: ARD und ZDF berichten ausgiebiger über Politik sowie politiknahe Bereiche und weniger über nichtpolitische Themen, die Nachrichten von SAT.1 und RTL gewichten Politik geringer und öffnen sich breiter für Themen mit alltags- und boulevardnahem Charakter. Als Beispiel für einen kleineren Privatsender wurden die Nachrichten von RTL II gesondert untersucht: Hier liegt der Schwerpunkt auf Showbiz und Lifestyle, deutlich abweichend vom traditionellen Nachrichtenverständnis.

Mit der Zukunft der telemetrischen Zuschauerforschung befasst sich der Beitrag von Bernhard Engel. Das Fernsehen unterliegt starken Veränderungen: die Vervielfachung der Verbreitungskanäle, neue Nutzungskontexte, Erweiterungen des Mediums durch Such- und Navigationsmöglichkeiten oder nicht-lineares Fernsehen stellen auch die Zuschauerforschung vor neue Herausforderungen. Sie muss künftig auch für neue Märkte und Geschäftsmodelle relevant sein. Kernaufgabe wird die differenzierte Erfassung des Nutzerverhaltens bleiben, allerdings wird die Steuerung des Angebots als Voraussetzung für die Nutzung eine größere Rolle spielen.

Reichweiten und Auflagen der Tagespresse, insbesondere der lokalen Abonnementzeitungen, sind in Deutschland seit Jahren rückläufig. Wiebke Möhring und Dieter Stürzebecher gehen in ihrer Studie der Frage nach, welche Bedeutung in diesem Zusammenhang der publizistische Wettbewerb der Zeitungen hat. Anhand der Entwicklung der Auflagendichte (verkaufte Auflage je 1 000 Einwohner) 1996 bis 2006 wird deutlich, dass Abonnementzeitungen in Wettbewerbsgebieten eine höhere Auflagendichte erzielen als in Monopolgebieten. Publizistischer Wettbewerb stärkt also die Zeitungen.