Heft 3/2008
Tendenzen im Zuschauerverhalten
Fernsehgewohnheiten und Fernsehreichweiten im Jahr 2007
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Kulturelle Vielfalt und Integration: Die Rolle der Medien
Forschungsstand, Perspektiven und Maßnahmen
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Fernsehproduktionsmarkt Deutschland 2005 und 2006
Fortschreibung der FORMATT-Studie über Konzentration und regionale Schwerpunkte der Auftragsproduktionsbranche
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"Worldmedia Inc.": Vision oder bereits Geschichte?
Reflexionen über die Internationalisierung der Medien
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Editorial
Mehrere Entwicklungen prägen die Fernsehnutzung in Deutschland: Es dominiert eine kleine Zahl von Sendern - auf die sieben Programme Das Erste, ZDF, die Dritten, RTL, SAT.1, ProSieben und VOX entfallen fast drei Viertel des Fernsehkonsums. Alle anderen Anbieter - ihre Zahl wächst im Zuge der Digitalisierung kontinuierlich - teilen sich das verbleibende Viertel. Dennoch nagen diese Klein- und Kleinstsender beständig an den Marktanteilen der „Großen 7“. Es sind vor allem die Jüngeren, die sich mit dem Angebot zusätzlicher Sender beschäftigen. In ihrer Bilanz der Zuschauerforschung für das Jahr 2007 konstatieren Camille Zubayr und Heinz Gerhard außerdem erstmals seit sieben Jahren eine gesunkene Fernsehnutzung. Durchschnittlich sahen die Bürger vier Minuten weniger fern als noch 2006, ein Rückgang, der ausschließlich durch die Generationen unter 60 Jahren verursacht wurde.
Migration und kulturübergreifendes Zusammenleben ist ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema, und die Medien spielen hier eine wichtige Rolle. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in diesem Zusammenhang schon früh die Notwendigkeit eigener Forschung erkannt und 2007 dazu ihre jüngste, bundesweit repräsentative Studie „Migranten und Medien“ vorgelegt (vgl. dazu MP 3/2007 und 9/2007). Gualtiero Zambonini und Erk Simon beschreiben am Beispiel des WDR die strategische Umsetzung zentraler Befunde. Dabei spielen vor allem zwei Aspekte eine Rolle: Die Darstellung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft als selbstverständliche Alltagswirklichkeit und die Präsenz von Menschen mit Migrationshintergrund als Mitarbeiter vor und hinter den Kameras und Mikrofonen.
Seit 1998 analysiert das Dortmunder FORMATT-Institut regelmäßig Strukturen und Entwicklungen auf dem Fernsehproduktionsmarkt. Nach den neuesten Ergebnissen für die Untersuchungsjahre 2005 und 2006, die Ulrich Pätzold und Horst Röper vorstellen, ist das Produktionsvolumen auf hohem Niveau relativ konstant. Unverändert zeigt der Markt eine Zweiteilung in mit den Sendern verflochtene und unabhängige Betriebe. Die Dominanz der größten Produktionsgruppen hat sich verstärkt: 2006 produzierten die zehn größten Unternehmen gut 51 Prozent des Gesamtvolumens. Mit großem Abstand führend ist die UFA/RTL-Gruppe.
Mit der Internationalisierung der Medien beschäftigt sich Josef Trappel auf mehreren Ebenen. Ökonomisch erhält die Kapitallogik ein wachsendes Gewicht. Neue Akteure mit hohen Renditeerwartungen treten in den Markt ein. Die Ebene der Medieninhalte ist durch zunehmende, auch grenzüberscheitende Mehrfachverwertung geprägt. Auf der Regulierungsebene treiben die national bestehenden Grenzen des Medieneigentums und länderübergreifende Harmonisierungsbestrebungen die Entwicklung an.
Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst stellt neue Studien zu Mustern und Funktionen der Mediennutzung vor.

