Heft 4/2008
Der Programmauftrag als Prozess seiner Begründung
Zum Vorschlag eines dreistufigen Public-Value-Tests für neue öffentlich-rechtliche Angebote
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Sparten, Sendungsformen und Inhalte im deutschen Fernsehangebot 2007
Programmanalyse von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben
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Was Kinder sehen
Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13-Jähriger 2007
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Media to go - erste Konturen eines mobilen Journalismus?
Ergebnisse einer Redaktionsbefragung von Anbietern mobiler Multimediadienste
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Editorial
Aus Anlass des so genannten Beihilfekompromisses zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Kommission steht die Konkretisierung des Auftrags der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf der Tagesordnung, vor allem - aber nicht nur - im Hinblick auf neue Dienste. Dabei gilt es, die staatsfreie Organisation des Rundfunks und seine Bindung an die Bedürfnisse der Gesellschaft in Einklang zu bringen. Dies könnte mittels eines dreistufigen Public-Value-Tests erreicht werden, den die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorgeschlagen haben. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, hat dieses Verfahren im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung begutachtet und für geeignet befunden. Die Rundfunkanstalten sollen danach transparente Kriterien für neue Angebote festlegen. Sie behalten Entscheidungsspielraum, müssen ihre Entscheidungen aber plausibel und öffentlich nachvollziehbar begründen.
Die spezifischen Profile der größten deutschen Fernsehsender ARD/Das Erste, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben haben sich im Jahr 2007 kaum verändert, wie Udo Michael Krüger und Thomas Zapf-Schramm in ihrer aktuellen Programmanalyse feststellen. Schwankungen beim Informationsangebot von ARD und ZDF gehen vor allem auf sportliche Großereignisse zurück. SAT.1 stellte eine Teleshoppingsendung ein, womit der Werbeanteil des Senders zurückging. Bei RTL ist eine Zunahme von Gesprächssendungen mit „prosozialen“ Themen festzustellen. Im Informationsbereich gilt weiter: ARD und ZDF bieten nicht nur eine breitere Palette unterschiedlicher Informationsformate an, diese enthalten auch einen deutlich höheren Anteil von im weiteren Sinne politischen Themen.
Der sich seit mehreren Jahren abzeichnende Trend rückläufiger Fernsehnutzung bei Kindern hat sich im Jahr 2007 bestätigt. Ältere Kinder und vor allem Jungen - also die PC- und internetaffinen Gruppen - haben ihre Fernsehnutzung besonders deutlich verringert. Kinder aus den neuen Ländern sehen nach wie vor etwa eine halbe Stunde länger pro Tag fern als Kinder im Westen. Der Befund, dass Kinder mit eigenem Fernsehgerät länger fernsehen, hat sich auch 2007 bestätigt. Mit 189 Minuten täglich lag ihre Verweildauer um eine knappe Stunde höher als bei Kindern ohne eigenes Gerät.
Mobile Multimediadienste (MMD) ermöglichen es, überall und jederzeit journalistisch-redaktionelle Inhalte anzubieten. Wird es künftig einen speziellen Journalismus für mobile Medien geben? Ralf Hohlfeld und Cornelia Wolf berichten über eine Befragung von Chefredakteuren und Multimedia-Koordinatoren verschiedener Medien. Demnach werden Themen zukünftig voraussichtlich für mehrere Kanäle (von Mobil/Online bis zur Tageszeitung) produziert. Spezielle, auf mobile Dienste zugeschnittene Formate befinden sich noch im Experimentierstadium.
Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst stellt neue Ergebnisse der Zuschauerforschung zur Unterhaltung im Fernsehen vor.

