MPASS

Heft 8/2008

Jürgen Heuser:
Demografischer Wandel: ARD treibt gesellschaftliche Debatte an
Bilanz der dritten ARD-Themenwoche "Mehr Zeit zu leben: Chancen einer alternden Gesellschaft"
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Stefan Geese/Claudia Zeughardt:
Die ARD-Themenwoche "Mehr Zeit zu Leben: Chancen einer alternden Gesellschaft" im Urteil der Zuschauer
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung
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Ekkehardt Oehmichen/Christian Schröter:
Medienübergreifende Nutzungsmuster: Struktur- und Funktionsverschiebungen
Eine Analyse auf Basis der ARD/ZDF-Onlinestudien 2008 und 2003
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Bernhard Engel/Dieter K. Müller:
Zeitversetzte Nutzung im AGF/GfK-Fernsehpanel
Maßnahmen zur vollständigeren Abbildung der Fernsehnutzung
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Horst Röper:
Konzentrationssprung im Markt der Tageszeitungen
Daten zur Konzentration der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland im I. Quartal 2008
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Zusammenfassungen
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Editorial

Zum dritten Mal realisierte die ARD im April dieses Jahres ihr umfangreiches Programmprojekt Themenwoche. Unter dem Titel „Mehr Zeit zu leben: Chancen einer alternden Gesellschaft“ wurden vom 20. bis 26. April in unterschiedlichen Genres im Fernsehen, im Radio und begleitend im Internet und Videotext verschiedene Facetten des demografischen Wandels behandelt. Jürgen Heuser stellt Konzeption, Ziele und Realisierung der Themenwoche vor. Wie in den Vorjahren mit den Themen „Krebs“ und „Kinder“ konnte mit dem diesjährigen Themenfeld erneut eine Mehrheit der Bevölkerung erreicht werden.

Wie Stefan Geese und Claudia Zeughardt berichten, bewertete die Bevölkerung auch diese dritte Themenwoche positiv. 62 Prozent der Befragten und 71 Prozent der Nutzer fanden das Thema sehr gut oder gut. Gut drei Viertel sehen in der intensiven Behandlung relevanter Themen einen besonderen Nutzen für die Gesellschaft und 62 Prozent trauen solche Schwerpunktsetzungen nur öffentlich-rechtlichen Sendern zu.

Mit Struktur- und Funktionsverschiebungen bei der Nutzung der vier Medien Fernsehen, Radio, Tageszeitung und Internet befassen sich Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter. Anhand von Daten aus den ARD/ZDF-Onlinestudien wird deutlich, dass insbesondere die tägliche Fernsehnutzung und die Tageszeitungslektüre unter den Druck der Onlinenutzung geraten sind. Außerdem wird eine Generationenkluft erkennbar: Für junge Altersgruppen und Milieus ist die Attraktivität des Internets am höchsten, während es für die älteren Gruppen relativ unbedeutend ist.

Obwohl zeitweise in bis zu 80 Prozent der Fernsehhaushalte Videorecorder installiert waren, hat bisher die zeitversetzte Nutzung in der Fernsehforschung kaum eine Rolle gespielt. Dies ändert sich durch die Verbreitung von DVD- und Festplattenrecordern. Im Rahmen der AGF/GfK-Fernsehforschung werden Vorbereitungen getroffen, ab Mitte 2009 auch die zeitversetzte Fernsehnutzung komplett zu erfassen und in den Leistungswerten auszuweisen. Bernhard Engel und Dieter K. Müller berichten über die Probleme und Lösungsansätze, die sich bei dieser Anpassung ergeben.

Vor einer Gefährdung der publizistischen Vielfalt warnt Horst Röper in seiner Analyse des Tageszeitungsmarktes. Nie zuvor seit 1989 war der Konzentrationsgrad - gemessen als Anteile der Verlage an der Gesamtauflage - bei den Zeitungen so hoch. 58,5 Prozent der verkauften Exemplare stammen aus den zehn größten Verlagsgruppen; das ist ein Zuwachs um 3,2 Prozentpunkte gegenüber der letzten Untersuchung 2006. Auf die fünf größten Verlage entfallen bereits 44,8 Prozent der Auflage (2006: 41,3 %).