MPASS

Heft 11/2008

Maria Gerhards/Walter Klingler:
Fernseh- bzw. Bewegtbildnutzung 2007
Programmangebote, Spartennutzung und Formattrends
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Stefan Geese:
Teletext 2008 - Befunde zu einem wenig beachteten Medium
Ergebnisse der AGF/GfK-Fernsehforschung und einer repräsentativen Befragung
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Andreas Egger/Birgit van Eimeren:
Die Generation 60plus und die Medien
Zwischen traditionellen Nutzungsmustern und Teilhabe an der digitalen (R)evolution
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Florian L. Mayer/Gabriele Mehling/Johannes Raabe/Jan Schmidt:
Watchblogs aus der Sicht der Nutzer
Befunde einer Onlinebefragung zur Nutzung und Bewertung von Bildlog
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Zusammenfassungen
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Editorial

Mit der Digitalisierung sind vielfältige Möglichkeiten entstanden, bewegte Bilder - Fernsehinhalte, (Kino)Spielfilme oder speziell fürs Internet oder Handy produzierte Angebote - zu konsumieren. Auf Abspielwege wie Video- und DVD-Geräte und Festplattenrecorder entfallen derzeit geschätzt 3 Prozent der gesamten TV-Bildschirmnutzung (ohne Internet) der Bevölkerung ab 14 Jahren, wie Maria Gerhards und Walter Klingler in ihrem Beitrag zeigen. Das Fernsehen ist nach wie vor mit Abstand das wichtigste Bewegtbildmedium, seine Nutzung auf hohem Niveau stabil. Die  Zusammensetzung des Gesehenen, der Spartenmix, hat sich in den vergangenen Jahren allerdings leicht verändert, wie die Analyse anhand der AGF/GfK-Programmcodierung zeigt. Im mittelfristigen Vergleich seit 2001 werden steigende Angebots- und Nutzungsanteile von Information/Infotainment zu Lasten von Fiction sichtbar. Dieser Zuwachs kommt aber nicht der politischen Information zugute, sondern schlägt sich vor allem in den Bereichen Natur/Wissenschaft und Gesellschaft bis Boulevard nieder.

Nutzungserhebungen zeigen immer wieder signifikante Unterschiede jüngerer und älterer Bevölkerungsgruppen im Umgang mit den Medien. Andreas Egger und Birgit van Eimeren analysieren die Medienpräferenzen der Generation 60plus und konstatieren bei den ab 60-Jährigen einen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höheren Stellenwert des Fernsehens und der Tageszeitung. Nach Informations- und Unterhaltungswert, Glaubwürdigkeit, Anspruch, Modernität oder Sympathie ist das Fernsehen in dieser Altersgruppe eindeutig das Leitmedium. Aber auch in Teilen der Generation 60plus ist eine stärkere Wahrnehmung der Möglichkeiten des Internets und multimedialer Vernetzungen zu konstatieren.

Teletext erscheint gegenüber dem Internet eher als ein „antiquiertes“ Medium. Nach den Befunden von Stefan Geese anhand von Daten der AGF/GfK-Fernsehforschung erweist sich Teletext jedoch eher als „unterschätztes“ Medium. Seit dem Jahr 2000 stieg die Zahl der täglichen Nutzer von knapp 10 Millionen auf über 17 Millionen im Jahr 2006. Und es sind vor allem die Jüngeren, die sich auf Teletextseiten umsehen. Knapp 31 Prozent der 14- bis 49-Jährigen wählten 2007 täglich ein Angebot des Teletextes an, bei den Älteren waren es rund 17 Prozent.

Mit den so genannten Medien-Watchblogs hat sich ein Weblog-Typ entwickelt, der sich explizit der Fremdbeobachtung und kritischen Begleitung journalistisch produzierter Inhalte widmet. Studien dazu gibt es allerdings bisher nur wenige. Florian A. Mayer u.a. stellen Ergebnisse einer Fallstudie zum derzeit wohl populärsten deutschen Watchblog, Bildblog.de, vor. Als wichtigste Lektüremotive erwiesen sich Unterhaltung und eine kritische Haltung gegenüber der Bild-Zeitung. Viele Nutzer wünschten sich eine ähnlich kritische Begleitung auch für andere Medien.

Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst stellt neue Studien zum Thema Medienqualität vor.