Heft 1/2009
Der flexible Zuschauer? - Zeitversetztes Fernsehen aus Sicht der Rezipienten
Ergebnisse einer qualitativen Grundlagenstudie
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Podcast und Radio: Wege zu einer neuen Audiokultur?
Befunde zur Akzeptanz und Nutzung von Audio-on-Demand und Podcast 2008
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Präferenzen europäischer und amerikanischer Nutzer in Bezug auf analoges und digitales Fernsehen
Ergebnisse einer Vergleichsstudie aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA
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Programme, Hörer, Werbewirkung
Ergebnisse einer Studie zu Wirkungsunterschieden der Radiowerbung bei zwei Popwellen
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Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den Above-the-line Medien bis zum IV. Quartal 2008
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Editorial
Die zeitversetzte Fernsehnutzung ist zu einem wichtigen Thema für alle Fernsehanbieter geworden. Was motiviert Zuschauer, zeitversetzt fernzusehen und welche Sendungen sehen sie dann bevorzugt? Diesen Fragen ist eine qualitative Studie der ARD-Medienkommission im Jahr 2008 nachgegangen, über die Gerhard Kloppenburg, Erk Simon, Melanie Vogt und Daniel Schmeisser berichten. Flexibilität und Unabhängigkeit von Sendezeiten erwiesen sich als Hauptmotiv für zeitversetztes Fernsehen. Dazu kommt das Stimmungsmanagement: Sendungen können dann gesehen werden, wenn sie am besten zur persönlichen Stimmung passen. Allerdings wurde der Wechsel zwischen Echtzeitprogrammen, Aufnehmen und Ansehen auch als unangenehme Beschleunigung erlebt. Hier bietet das herkömmliche Fernsehen Erleichterung und Entlastung. Das Fazit der Studie: Es wird keine umfassende Verdrängung des Echtzeitfernsehens geben, wohl aber wird zeitversetztes Sehen bei bestimmten Genres wie Film, Serien und Wissenssendungen zunehmen.
Auch dem Hörfunk bieten sich mit dem Internet neue Übertragungswege und damit auch neue Perspektiven der Selbstpräsentation und der Transparenz seines Angebots. Ausschlaggebend ist dabei die komfortablere Verfügbarkeit seiner Inhalte zur mobilen und zeitsouveränen Nutzung. Durch Audio-on-Demand und Podcasts eröffnet sich insbesondere für die Wortkultur des Radios eine neue Chance, so Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter in ihrem Beitrag. Bis heute seien die Möglichkeiten des Internets für das Medium Radio jedoch weder von den Produzenten voll ausgeschöpft noch von den Hörern umfassend entdeckt und erschlossen.
In einer Primärerhebung wurden über 6 500 Personen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den USA nach ihren Einstellungen zum traditionellen analogen Fernsehen und nach ihren Präferenzen für Funktionalitäten des digitalen Fernsehens gefragt. Wie Dominik Eggert, Ralf Kaumanns und Veit Siegenheim berichten, gaben Spanier und Italiener am häufigsten an, alternative Geräte zum Fernsehkonsum zu nutzen. In beiden Ländern beherrschen wenige Programme den Markt. Im Gegensatz dazu verfügen die USA und Deutschland über die vielfältigste audiovisuelle Angebotslandschaft. Die wenigsten Befragten äußern hier, dass sie mit diesen Angeboten unzufrieden wären.
Welche Faktoren sind ausschlaggebend für die unterschiedliche Werbewirkung von Radiospots in Programmen mit ähnlicher Musikfarbe? Christoph Wild berichtet über eine Studie zur Werbeerinnerung der Hörer zweier Popwellen. Von zahlreichen untersuchten Einflussfaktoren bot schließlich allein die unterschiedliche Programmstruktur eine hinreichende Erklärung für die Werbewirkungsunterschiede. Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst stellt neue Studien zu multimedialen Kommunikationsstrategien vor.

