Heft 3/2009
Tendenzen im Zuschauerverhalten
Fernsehgewohnheiten und Fernsehreichweiten im Jahr 2008
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Was Kinder sehen
Eine Analyse der Fernsehnutzung Drei- bis 13-Jähriger 2008
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Webradio: Potenziale eines neuen Verbreitungswegs für Hörfunkprogramme
Qualitative Studie zur Nutzung internetbasierten Radios
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Handy-TV im Großraum Leipzig
Ergebnisse der Begleitforschung des DMB-Pilotprojektes
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Personalisierte Kommunikation und Customer Relationship Management
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Editorial
Sehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene wirklich weniger fern? Die Fernsehnutzungsdaten, die in den vergangenen Jahren eine leicht gesunkene Fernsehnutzung dokumentieren, scheinen dies zu bestätigen. So verringerte sich die tägliche Sehdauer 2008 - wie Camille Zubayr und Heinz Gerhard in ihrer Analyse des Zuschauerverhaltens festhalten - im Vergleich zum Vorjahr nochmals um eine Minute auf nunmehr 207 Minuten. In den Altersgruppen verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich: Während die ab 60-Jährigen ihre Fernsehnutzung konstant hielten oder sogar leicht steigerten, setzte sich die rückläufige Sehdauer in den jüngeren Bevölkerungsgruppen fort. Im letzten Jahr sahen erstmals seit 14 Jahren sowohl die drei- bis 13-jährigen Kinder als auch die 14- bis 19-jährigen Jugendlichen weniger als 100 Minuten pro Tag fern. Da die Tagesreichweite des Fernsehens bei Kindern - wie Sabine Feierabend berichtet - weiter zurückgegangen ist, gleichzeitig aber die Verweildauer leicht anstieg, lässt sich folgern, dass einerseits weniger Kinder fernsehen, die verbleibenden jedoch das Medium etwas intensiver nutzen. Ob Kinder wie auch Erwachsene tatsächlich weniger oder aber über andere Wege fernsehen, wird sich ab Mitte 2009 genauer ermitteln lassen - dann nämlich, wenn die zeitversetzte Fernsehnutzung in die AGF/GfK Fernsehforschung einbezogen wird.
Um mehr Hörer und Zuschauer zu erreichen, wächst für Radio und Fernsehen die Bedeutung neuer Verbreitungswege. Beispielsweise wird Radio seit einiger Zeit auch über das Internet gehört, wobei sich PC und Laptop allerdings nicht in allen Nutzungssituationen als geeignete Empfangsgeräte erwiesen. Abhilfe könnten hier zukünftig so genannte IP-Radiogeräte schaffen, das heißt spezielle Webradiogeräte, die unabhängig vom PC betrieben werden. Thomas Windgasse stellt eine Studie des WDR vor, in der untersucht wurde, wie die Nutzer eines IP-Radios im Vergleich zu anderen, die über PC/Laptop Radio hörten, mit diesem neuen Verbreitungsweg umgingen. Im Testversuch bewerteten die IP-Radiohörer das Radiohören über das Internet erheblich positiver als die PC-Radionutzer.
Als mobiler Verbreitungsweg für Radio und Fernsehen bieten sich Multimedia-Handys an, wenn auch noch nicht absehbar ist, welcher technische Verbreitungsweg sich letztendlich durchsetzen wird. In einem DMB-Pilotprojekt des MDR wurde im Großraum Leipzig ein Potenzial von 44 Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 59 Jahren ermittelt, die für die Handy-TV-Nutzung in Frage kommen. Überdurchschnittlich interessiert zeigten sich vor allem die Mediennutzertypen der Zielstrebigen Trendsetter und der Jungen Wilden. Allerdings äußerten alle Zielgruppen eine nur geringe Zahlungsbereitschaft für Handy-TV.

