Heft 4/2009
Die Informationsqualität der Fernsehnachrichten aus Zuschauersicht
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zur Bewertung der Fernsehnachrichten
Volltext (pdf) | Kurztext
Journalismus im Internet: Zwischen Profession, Partizipation und Technik
Ergebnisse eines DFG-Forschungsprojekts
Volltext (pdf) | Kurztext
Status und Perspektiven öffentlich-rechtlicher Onlinemedien
Erfahrungen aus Großbritannien, Norwegen und Deutschland
Volltext (pdf) | Kurztext
Politikthematisierung und Alltagskultivierung im Infoangebot
Programmanalyse 2008 von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1 und ProSieben
Volltext (pdf) | Kurztext
Volltext (pdf)
Editorial
Täglich informieren sich fast 33 Millionen Bürger in einer der Fernsehnachrichtensendungen. Im Durchschnitt verbringen die Bundesbürger pro Tag 12 Minuten mit Fernsehnachrichten zu - 2 Minuten weniger als noch im Jahr 2004. Wie Camille Zubayr und Stefan Geese berichten, hängt die Nutzung der Nachrichten eng mit dem Alter und dem Interesse zusammen. Meistgenutzte Nachrichtensendung ist nach wie vor die „Tagesschau“ mit 8,74 Millionen Zuschauern täglich. 57 Prozent der befragten Zuschauer attestieren der ARD das beste Nachrichtenangebot, gefolgt vom ZDF mit 42 Prozent.
Ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt befasste sich mit dem Journalismus im Internet. Auf der Basis einer Anbieterbefragung und einer Ermittlung aller journalistischen Internetangebote in Deutschland wurde unter anderem untersucht, welche personelle Ausstattung vorhanden ist und in welcher Beziehung die Internetangebote zu eventuell vorhandenen Muttermedien aus Presse und Rundfunk stehen. Die Ergebnisse deuten darauf hin - so Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke in ihrer Analyse -, dass zwischen professionellem Journalismus und partizipativen Angeboten im Internet (z.B. Blogs) eher ein komplementäres als ein Konkurrenzverhältnis vorherrscht.
Im Zuge der Digitalisierung und der wachsenden Bedeutung des Internets stellt sich zunehmend die Frage, ob und wie der öffentlich-rechtliche Programmauftrag auf neuen technische Plattformen übertragen werden kann und wie sich dies auf seine Legitimation auswirkt. Hallvard Moe ist dieser Frage im Rahmen einer international vergleichenden Studie nachgegangen. Ein Hauptergebnis lautet: Während in Norwegen öffentlich-rechtliche Onlineaktivitäten dem Rundfunk untergeordnet und in Deutschland weiterhin vor allem als Ergänzung des Rundfunks gesehen werden, ist Großbritannien in seiner Neuausrichtung des öffentlich-rechtlichen Auftrags bisher am weitesten fortgeschritten. Dort wurde das Internet dem Rundfunk als technische Verbreitungsplattform gleichgestellt und der öffentlich-rechtliche Auftrag plattformneutral definiert.
Die jährlich durchgeführte Programmanalyse zeigt für das Jahr 2008 weitestgehend Stabilität bei den Programmprofilen der führenden Fernsehsender. Insgesamt belegt die Untersuchung die klare Funktionsteilung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehhauptprogrammen. Veränderungen gab es unter anderem bei Sat.1, das seinen Informationsanteil weiter zurückfuhr und bei RTL, das in der nonfiktionalen Unterhaltungssparte den Anteil von Magazinen und Reportagen im Stil des Factual Television ausbaute.

