MPASS

Heft 5/2009

Horst Stipp:
Verdrängt Online-Sehen die Fernsehnutzung?
Zehn aktuelle Medientrends in den USA
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Birgit Stark:
Digitale Programmnavigation
Eine Bestandsaufnahme der Marktlage und der Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer
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Oliver Turecek/Helmut Bärner/Gunnar Roters:
Videomarkt und Videonutzung 2008
Optimistische Prognosen trotz leichter Umsatzrückgänge
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Gregor Daschmann:
Qualität von Fernsehnachrichten: Dimensionen und Befunde
Eine Forschungsübersicht
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ARD-Forschungsdienst:
Aktuelle Ergebnisse der Werbewirkungsforschung
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Statistik
Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den Above-the-line Medien im I. Quartal 2009
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Zusammenfassungen
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Editorial

Viele Entwicklungen, auch im Mediensektor, zeigen sich in den USA bereits frühzeitig, ehe sie auch in Deutschland sichtbar werden. Wie verändert sich in den USA die Mediennutzung, verdrängt dort das Online-Sehen die klassische Fernsehnutzung? Horst Stipp berichtet von steigendem Rückgriff auf TV-Inhalte via Internet-Streaming und von wachsender zeitsouveräner Fernsehnutzung mittels digitalem Videorecorder (DVR). Dass dennoch die Fernsehnutzung in den letzten zehn Jahren zugenommen hat - auch in den jungen Zielgruppen -, hat mehrere Ursachen: Medien werden oft parallel oder im Zusammenhang mit anderen Tätigkeiten genutzt (sog. Multitasking), das Angebot an verfügbaren (zielgruppenspezifischen) Programmen ist enorm gestiegen und das Fernsehen hat in den USA durch HDTV neue Impulse und Attraktivität gewonnen. Fernsehen via Internet wird vorwiegend als Ergänzung zum klassischen Fernsehen genutzt.

In den USA können die Haushalte durchschnittlich 119 Programme empfangen, in Deutschland sind es derzeit gut 70. Elektronische Programmführer (EPG) sollen hier die Orientierung erleichtern. Eine von Birgit Stark präsentierte Analyse des Marktes und der Nutzung zeigt jedoch, dass sich der EPG in Deutschland in vielerlei Hinsicht noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Bisher spielen beispielsweise EPGs bei Anschaffungsentscheidungen der Nutzer für Set-Top-Boxen nur eine geringe Rolle. Auch ein echter Wettbewerb zwischen den Anbietern von EPGs existiert nicht. Das Nutzerpotenzial ist noch weitgehend unerschlossen. Bislang sind es überwiegend technikaffine Early-Adopters, die den EPG umfassend in ihre Programmauswahlstrategien integrieren.

Die Qualität der Medien und ihrer Inhalte ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Debatten. Gregor Daschmann gibt einen Überblick über den Stand der Forschung am Beispiel der Fernsehnachrichten. Vielfalt, Relevanz, Professionalität, Akzeptanz sowie Rechtmäßigkeit sind die Dimensionen, die in der maßgeblichen Literatur als Qualitätskriterien diskutiert werden. Die Befunde der bestehenden empirischen Forschung decken die Vielfalt der Qualitätsindikatoren längst nicht ab. Allerdings belegt der empirische Forschungsstand eindeutig nach wie vor bestehende Qualitätsunterschiede der Nachrichtensendungen von öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern: Öffentlich-rechtliche Sendungen haben ihren Relevanzschwerpunkt eindeutig in der Politikberichterstattung, während die privaten Anbieter auf nicht-politische Themen setzen. Zudem ist bei ihnen ein verstärkter Trend zur Visualisierung von Emotionen zu verzeichnen. Ob die Summe aller privaten Nachrichtensendungen in ihrer momentanen Ausprägung als außenplurales Substitut öffentlich-rechtlicher Nachrichten fungieren könnte, muss nach Einschätzung des Autors bezweifelt werden.

Außerdem in diesem Heft: Oliver Turecek, Helmut Bärner und Gunnar Roters beschreiben die Perspektiven des Videomarktes, insbesondere im Hinblick auf den DVD-Nachfolger Blu-Ray-Disc, und der ARD-Forschungsdienst präsentiert neue Studien zur Werbewirkungsforschung.