Heft 6/2009
Zeitbudgeterhebungen im Zeitalter medialer Konvergenz
Analyse auf der Basis qualitativer und experimenteller Studien
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Stellenwert und Nutzung der Medien in Migrantenmilieus
Ergebnisse einer repräsentativen Studie
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Buch und E-Book aus Nutzersicht
Ergebnisse einer Vergleichsstudie in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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Editorial
Das Jahr 2008 erwies sich für den deutschen Werbemarkt als Übergang aus den Boomjahren 2004 bis 2007 in das durch die weltweite Rezession geprägte Jahr 2009, wie Pamela Möbus und Michael Heffler in ihrer Jahresbilanz feststellen. Während die ermittelten Bruttowerbeausgaben für die so genannten Above-the-line-Medien stagnierten, war bei der Netto-Umsatzentwicklung mit einem Rückgang um gut 2 Prozent die Rezession bereits greifbar. Bei der Verteilung der Werbegelder zeigt sich eine Marktanteilsverschiebung von Print zu Fernsehen. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2009 sind die Brutto-Werbeumsätze um fast 4 Prozent zurückgegangen. Hoffnung auf eine Erholung des Werbemarkts besteht im Rahmen einer allgemeinen Konjunkturaufhellung in der zweiten Jahreshälfte.
Viele Studien zur Ermittlung der Mediennutzung setzen den Tagesablauf als standardisiertes Erhebungsinstrument ein. Sind hier angesichts zunehmender Medienkonvergenz Weiterentwicklungen nötig oder möglich? Stefanie Best und andere analysieren konzeptionelle Alternativen sowie die Vor- und Nachteile von Tagesablauferhebungen. Im Rahmen einer qualitativen Untersuchung zeigte sich, dass im Verlauf der derzeit üblichen Tagesablaufbefragungen Nutzungsakte des Radiohörens oder Fernsehschauens auch in komplizierten Nutzungssituationen fast vollständig erfasst und den einzelnen Medien zugeordnet werden können, so etwa Livestreams der Fernseh- bzw. Radionutzung. Lediglich die Erhebung zeitversetzter Nutzung von Radio oder Fernsehen ist derzeit kaum möglich.
In Deutschland leben rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Wie nutzen sie die Medien? Walter Klingler und Albrecht Kutteroff berichten über eine Sinus-Studie zur Mediennutzung in Migrantenmilieus. Insgesamt zeigen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten mit den Charakteristika und dem Medienverhalten der Milieus der deutschen Gesamtbevölkerung. Das Fernsehen ist das wichtigste Medium, gefolgt vom Hörfunk. Das Internet wird eher in den jüngeren Migrantenmilieus genutzt, die Tageszeitung in den älteren. Regionale und thematische Interessen ähneln in ihren Mustern denen der deutschen Wohnbevölkerung. Die Programmpräferenzen im Fernsehen sind, trotz vielfältiger Satellitenempfangsmöglichkeiten, stark am deutschen Fernsehangebot orientiert. In einer aktuellen Vergleichsstudie wurde der Stellenwert von Büchern im Medienportfolio von Nutzern in Deutschland, der Schweiz und Österreich erfragt. Wie Christoph Kochhan und Grit Patzig berichten, konnte dabei erneut die besondere Rolle des Buches bestätigt werden. Rund 4 Prozent des täglichen Zeitbudgets werden für das Bücherlesen verwendet. Im Sachbuchsektor erwächst durch das Internet stärkere Konkurrenz. Das E-Book ist dagegen noch keine echte Alternative.

