Heft 9/2009
Deutsche Tagespresse 2008
Zeitungsangebot und Wettbewerbssituation im Zeitungsmarkt kaum verändert
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Redaktionelle und verlegerische Struktur der deutschen Tagespresse
Übersicht über den Stand 2008
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Digitaler Roll-out: Kinobranche im Umbruch
Zur Einführung des digitalen Kinos
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3D-Kino im Urteil des Publikums
Quantitative Studie zur Nutzung und Akzeptanz
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Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand am 30.6.2009 Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den Above-the-line Medien bis zum II. Quartal 2009
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Editorial
Über die Zukunft der Presse im Zeitalter konkurrierender digitaler Medien wird viel diskutiert. Das Traditionsmedium Tageszeitung hat aus einer Vielzahl von Gründen seit Jahren mit Auflagen- und Anzeigenrückgängen zu kämpfen. Wie Walter J. Schütz in seiner statistischen Bestandsaufnahme der deutschen Tagespresse 2008 feststellt, war die Gesamtauflage der Tageszeitungen im vergangenen Jahr mit 20 Millionen Exemplaren erstmals niedriger als im alten Bundesgebiet vor der Wiedervereinigung. Bei den sonstigen Kennziffern zeigt sich jedoch Stabilität: Noch niemals seit 1954 waren in einem Berichtszeitraum für Kernredaktionen („Publizistische Einheiten“), Verlage und Ausgaben weniger Veränderungen zu verzeichnen als von 2006 auf 2008. Ursache hierfür dürfte sein, dass sich nach Perioden fortgesetzter Konzentrationsvorgänge und Kooperationen ein gefestigter Zeitungsmarkt herausgebildet hat, in dem Wettbewerb (abgesehen von wenigen Orten) kaum noch stattfindet.
Im Untersuchungszeitraum ist die Anzahl der Publizistischen Einheiten leicht von 136 auf 135 zurückgegangen. Die Anzahl der Verlage als Herausgeber stieg von 352 auf 353 an, dahinter stehen Ab- und Zugänge. Unvermindert fortgesetzt hat sich das „Outsourcing“ publizistischer Aufgaben in vielerlei Formen (z.B. Beauftragung externer Redaktionsbüros). Auch haben sich bei zahlreichen Zeitungsverlagen Änderungen in den Eigentumsverhältnissen, Einstellungen und Zusammenlegungen von Ausgaben ergeben, die sich statistisch jedoch nicht niederschlugen.
Um in der Filmbranche eine vollständig digitale Prozesskette zu erreichen, steht national und international die Digitalisierung des Filmabspiels in den Kinos an. Hauptprofiteure des digitalen Kinos sind jedoch nicht die Filmtheater selbst -- für die Zuschauer sind die Unterschiede zur herkömmlichen Projektion kaum wahrnehmbar --, sondern die Verleiher. Digitale Filmkopien sind signifikant preiswerter als herkömmliche Verleihkopien, zudem könnte die Distribution vereinfacht werden. Da die Kinos angesichts seit Jahren rückläufiger Besucherzahlen und Umsätze allein kaum in der Lage sind, den so genannten digitalen Roll-out zu bezahlen, ist die Finanzierung des zentrale Problem. Jesko Jockenhövel, Ursula Reber und Claudia Wegener beschreiben verschiedene Modelle und Strategien für den digitalen Roll-out und dessen mögliche Folgen.
Als Motor der Entwicklung könnten sich digitale 3D-Filme erweisen, die derzeit hohe Besucherzahlen generieren. Claudia Wegener und Jesko Jockenhövel zeigen anhand der repräsentativen Studie „Rezeption und Akzeptanz von 3D” der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, dass das Prinzip von 3D-Filmen bei 85 Prozent der Befragten bekannt ist und sich 53 Prozent für entsprechende Filme interessieren. Besonders die Jüngeren zeigten sich als sehr 3D-affin und bilden ein großes Zuschauerpotenzial für 3D-Produktionen.

