Heft 10/2009
ma 2009 Radio II: Radio gewinnt Hörer bei jungen Zielgruppen
Jahresbilanz auf Basis der erweiterten Grundgesamtheit Deutsche und EU-Ausländer ab zehn Jahren
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Werbekampagnen: Crossmediale Synergien von TV, Radio und Online
Ergebnisse einer repräsentativen Onlinebefragung
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Der Programmdialog im NDR Fernsehen
Erfahrungen mit dem zentralen Qualitätsinstrument
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Zwischen Wirtschaft und Kultur: 20 Jahre EU-Fernsehrichtlinie
Grundlinien europäischer Medienpolitik
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Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand am 30.9.2009 Bruttowerbeaufwendungen und Werbevolumen in den Above-the-line Medien
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Editorial
Mit der ma 2009 Radio II ist es erstmals möglich, die Radionutzung für die neue Grundgesamtheit „D+EU 10+“ mit Daten einer Vorjahres-ma (2008 Radio II) zu vergleichen. Nach den aktuellen Ergebnissen der ma 2009 Radio II genießt das Radio eine unverändert hohe Akzeptanz, auch bei den neuen Zielgruppen, so Walter Klingler und Dieter K. Müller in ihrem Bericht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders bei den jungen Zielgruppen, neben den 14- bis 19-Jährigen vor allem Auszubildende, Schüler und Studenten, aber auch bei den ab 50-Jährigen, das Radio an Reichweite gewinnt. Auch die Radionutzung der Frauen steigt und gleicht sich jener der Männer nahezu an. Berufstätige dagegen, vor allem Männer im Alter zwischen 30 und 49 Jahren, hören bei der Arbeit außer Haus weniger Radio - eventuell eine Folge von Wirtschaftskrise und Kurzarbeit.
Welches Synergiepotenzial ergibt sich bei der Kombination der Medien Fernsehen, Radio und Online für Werbekampagnen? Wie Gerhard Franz in seinem Beitrag ausführt, konnte in einer repräsentativen Onlinebefragung unter anderem nachgewiesen werden, dass es bei der crossmedialen Wirkungsoptimierung zunächst darauf ankommt, Reichweite und eine ausreichend hohe Kontaktdosis aufzubauen. Unterschiedliche Onlineumfelder sollten mit Fernsehen und Radio kombiniert werden, um Reichweite oder Kontakte zu maximieren. Dabei zeigte sich, dass nur Radio und Internet sowohl für rationale als auch für emotionale Botschaften einsetzbar sind.
Anknüpfend an die Erfahrungen anderer öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten hat das NDR Fernsehen mit dem so genannten Programmdialog ein systematisches Qualitätsmanagement eingeführt, welches Anja Würzberg in ihrem Artikel vorstellt. Für jede Redaktion einer Regelsendung wird möglichst einmal pro Jahr ein Workshop organisiert, an dem neben Redaktion, Fernsehdirektion und Medienforschung auch interne und externe Kritiker teilnehmen. Die intensive Beschäftigung mit Qualität und Akzeptanz der Sendungen wurde von den Redaktionen nach anfänglicher Skepsis angenommen und hat sich nach einem Jahr als ein Standardinstrument der Qualitätssicherung etabliert.
Renate Dörr und Jan Wiesner ziehen nach nunmehr 20 Jahren Erfahrung mit der europäischen Fernsehrichtlinie, die inzwischen zur „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ (AVMD-Richtlinie) weiterentwickelt wurde, eine Bilanz europäischer Medienpolitik. Einerseits hat sich seit der Verabschiedung der Richtlinie 1989 durch Vielzahl weiterer Regelungen das Feld europäischer Medienpolitik deutlich erweitert. Andererseits zeigt sich eine Kontinuität bei den Grundprinzipien, die den Doppelcharakter der audiovisuellen Medien als Wirtschafts- und Kulturgut anerkennen, schützen und fördern.

