MPASS

Heft 1/2010

Bernhard Engel/Stefanie Best:
Fragebogenentwicklung als Spiegelbild der Medienentwicklung
Die ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation
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Ursula Hocker/Inge Mohr:
"24h Berlin" - ein außergewöhnliches Fernseh- und Webereignis
Nutzung und Akzeptanz
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Stefan Warth/Silke Schneider/Daniel Schmeißer:
User-Experience von Kindern im Internet
Zur Rolle des Internets bei den "Digital Natives"
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Gerhard Franz:
Word of Mouth und klassische Werbung
Zur Verbreitung produktbezogener Themen in der Gesellschaft
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ARD-Forschungsdienst:
Werbung in digitalen Angeboten
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Statistik
Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand 31.12.2009
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Zusammenfassungen
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Editorial

Im Web 2.0 entstehen neben dem professionellen Journalismus neue Öffentlichkeiten. Welche Relevanz haben diese für die klassischen Massenmedien? Dieser Frage ist das ZDF gemeinsam mit dem Hans-Bredow-Institut nachgegangen. Jan Schmidt, Beate Frees und Martin Fisch analysieren die Themen- und Nachrichtenkreisläufe von Weblogs und Social-News-Plattformen. Ihr Befund: Nur eine Minderheit der Internetnutzer wird zu aktiven Produzenten. Diese schaffen jedoch eine vielfältige und beständig wachsende Landschaft von spezialisierten Öffentlichkeiten, in denen Wissens- und Kulturgüter bereitgestellt, verändert, bewertet und verbreitet werden. Zum journalistischen Gatekeeping tritt das „Gatewatching" des Publikums hinzu.

Auch in Zeiten des weltumspannenden Mediums Internet haben regionale und lokale Bindungen und spezifische regionale Themen eine hohe Bedeutung im Alltag der Menschen. Das zeigt eine quantitative und qualitative Studie in Nordrhein-Westfalen, deren Ergebnisse Erk Simon, Gerhard Kloppenburg und Michael Schütz vorstellen. Der Begriff Heimat ist für die überwiegende Mehrheit - auch der jüngeren Menschen - nicht veraltet oder konservativ, sondern positiv und mit starken Gefühlen besetzt.

Mit der Optimierung von Werbe- und Marketinginvestitionen befasst sich Gerhard Franz. Vorgestellt wird eine Methode zur Budgetbestimmung, die die Beziehung zwischen Share of Voice (Anteil an den Mediaausgaben im Marktsegment) und Share of Market (Marktanteil) analysiert. Empirische Befunde aus dem englischsprachigen Raum belegen: Ein deutlicher Budgetüberschuss über dem Marktanteil einer Marke führt zu Marktanteilsgewinnen. Liegt das Budget deutlich niedriger, wird der Marktanteil sinken. Dieser Zusammenhang unterstreicht auch die Wirksamkeit von antizyklischem Werbeverhalten. Hält eine Marke in einer Rezession ihre Werbeinvestitionen konstant, während andere ihre Werbeausgaben senken, bringt dies Marktanteilsgewinne ohne Mehrinvestitionen.

Der Jahresüberblick 2008 des InfoMonitors, der regelmäßigen Analyse der wichtigsten deutschen Fernsehnachrichtensendungen, bestätigt eine stabile Struktur des Nachrichtenangebots. Wie Udo Michael Krüger berichtet, blieben die wesentlichen Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Nachrichtenangeboten erhalten. Sowohl in den Umfängen von Themenbereichen als auch in der Auftrittshäufigkeit von Politikern und Parteien sowie in der Berichterstattung über das Ausland spiegelt sich die Bedeutung von Ereignissen und einzelner wichtiger Entwicklungen wieder - von Olympischen Spielen bis zur US-Präsidentenwahl. Das Top-Nachrichtenthema des Jahres 2008 war jedoch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise.