Heft 3/2010
Tendenzen im Zuschauerverhalten
Fernsehgewohnheiten und Fernsehreichweiten im Jahr 2009
Volltext (pdf) | Kurztext
Nutzungsveränderung und Zukunftsperspektiven von Webradio
Ergebnisse einer Nutzerbefragung
Volltext (pdf) | Kurztext
Wie Zuschauer die Qualität von Fernsehen beurteilen
Qualitätscontrolling im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
Volltext (pdf) | Kurztext
Struktur- und Qualitätsanalyse publizistischer Onlineangebote
Überlegungen zur Konzeption der Online-Inhaltsanalyse
Volltext (pdf) | Kurztext
Volltext (pdf)
Editorial
An einem durchschnittlichen Tag des Jahres 2009 verbrachte jeder Bürger 212 Minuten mit dem Fernsehen. Eine solche hohe durchschnittliche Sehdauer gab es zuletzt 2006, als die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland besonders viele Menschen vor die Bildschirme lockte. Dies berichten Camille Zubayr und Heinz Gerhard in ihrer Jahresbilanz der Fernsehnutzung. Das Erste war 2009 das sechste Jahr in Folge das meistgesehene Programm. Rang zwei teilten sich das ZDF sowie RTL, das den stärksten Zuwachs verzeichnen konnte. Das Zuschauerinteresse für Nachrichtensendungen nahm gegenüber dem Vorjahr leicht zu, auch andere Informationsangebote konnten mehr Zuschauer für sich interessieren. Im Fictionbereich dominierten heimische Produktionen, nur fünf ausländische Filme schafften es unter die 100 meistgesehenen. Bei Serien und Reihen stießen insbesondere Dailys am Nachmittag auf starkes Interesses.
Webradios sind immer weiter verbreitet -- allein für Deutschland werden gut 2 000 Angebote geschätzt, international dürften es bis zu 14 000 sein -- und sie gewinnen immer mehr Hörer. Dirk Martens und Thomas Windgasse präsentieren Ergebnisse einer Studie auf der Basis von rund 2 800 Onlineinterviews zur Webradionutzung. Es zeigt sich, dass 30 Prozent der Befragten ein spezielles Webradioempfangsgerät besitzen und diese Hörer regelmäßiger Webradio nutzen als diejenigen Webradionutzer, die dafür beispielsweise ihren PC verwenden. Größere Unterschiede zwischen Altersgruppen sind zum Beispiel bei den Genrepräferenzen im Webradio zu konstatieren.
In ihrem Beitrag zum Programmcontrolling im rbb, SWR und WDR zeigen Marianne Blumers, Oliver Gerstner und Miriam Tebert auf, wie mit Hilfe von regelmäßigen Zuschauerbefragungen wichtige Hinweise auf Stärken und Schwächen von Fernsehsendungen und einzelner ihrer Elemente, zum Beispiel Moderatoren, gewonnen werden. Außerdem bieten Benchmarks für einen Fernsehsender die Möglichkeit, die Qualitätsentwicklung eigener Sendungen untereinander oder mit Sendungen anderer Programme zu vergleichen.
Frauke Zeller und Jens Wolling befassen sich mit den spezifischen Fragen der Analyse von publizistischen Onlineangeboten. Im vorgeschlagenen Analyseapparat zur Struktur- und Qualitätsanalyse von Onlineangeboten ist die Untersuchungseinheit das Thema, nicht die Kommunikationsform wie beispielsweise Videos, Weblogs oder Internetseiten. Die Herausforderung besteht unter anderem darin, dass die Angebotselemente im Internet in der Regel multimedial (text-, bild-, tonbasiert) und untereinander verknüpft sind. Erprobte Methoden der Inhaltsanalyse können jedoch auch in diesem Bereich herangezogen werden.

