Heft 10/2011
Radionutzung in Deutschland mit positivem Trend
Ergebnisse, Trends und Methodik der ma 2011 Radio II
Volltext (pdf) | Kurztext
Medien und Migranten 2011
Zielsetzung, Konzeption und Basisdaten einer repräsentativen Untersuchung der ARD/ZDF-Medienkommission
Volltext (pdf) | Kurztext
Radionutzung von Migranten
Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie Migranten und Medien 2011
Volltext (pdf) | Kurztext
Fernsehnutzung von Migranten 2011
Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie Migranten und Medien 2011
Volltext (pdf) | Kurztext
Onlinenutzung von Migranten
Ergebnisse der ARD/ZDF-Studie Migranten und Medien 2011
Volltext (pdf) | Kurztext
Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. Stand 30.9.2011 Bruttowerbeaufwendungen in den Above-the-line Medien bis zum III. Quartal 2011
Volltext (pdf)
Volltext (pdf)
Editorial
Die ma 2011 Radio II belegt eine erneut leicht höhere Radionutzung im Bevölkerungsdurchschnitt, die nun bei 77,0 Prozent Tagesreichweite und 241 Minuten Verweildauer liegt. Wie Karin Gattringer und Walter Klingler außerdem berichten, nimmt in der Altersgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen die Tagesreichweite überdurchschnittlich um 2,4 Prozentpunkte zu. In fast allen soziodemografischen Gruppen steigt die Radionutzung außer Haus zu Lasten der Radionutzung im Haus. Radio ist somit das jüngste und mobilste klassische Medium in Deutschland. Die Nutzung von reinen Webradios ist noch gering: Die ma 2011 Radio II dokumentiert 350 000 Personen oder 0,5 Prozent, die täglich ein Webradio nutzen.
Zum zweiten Mal nach 2007 führten ARD und ZDF 2011 die Studie „Medien und Migranten“ durch und legen damit aktuelle und differenzierte Daten zur Mediennutzung der Menschen mit einem Zuwanderungshintergrund vor. Der Beitrag von Erk Simon und Ulrich Neuwöhner zeigt zum einen, dass Migranten in Deutschland bevorzugt deutschsprachige Medien nutzen und damit nicht in medialen „Parallelwelten“ leben. Zum anderen wird deutlich, dass Migranten keine homogene Gruppe sind: Medienkonsum, inhaltliche Interessen, die Nähe zur Kultur des Herkunftslandes sowie die soziodemografischen Merkmale zeigen deutliche Unterschiede.
Gerhard Kloppenburg und Lothar Mai belegen, dass der typische Radiohörer mit Migrationshintergrund männlich, zwischen 30 und 59 Jahren alt, formal gut gebildet und berufstätig ist. Das Radio dient den Migranten in erster Linie als Informationsmedium, der Unterhaltungsaspekt ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weniger ausgeprägt.
Über alle untersuchten Ethnien hinweg nutzen 76 Prozent der Migranten regelmäßig deutschsprachige Fernsehprogramme, ein Plus von 3 Prozentpunkten gegenüber 2007. Lediglich 13 Prozent sehen nur heimatsprachige Programme, bei den Türken sind es allerdings 29 Prozent, wie Heinz Gerhard und Natalie Beisch feststellen. Den öffentlich-rechtlichen Anbietern wird eine deutlich höhere Informationskompetenz zugewiesen als den privaten, die wiederum für Spaß und Unterhaltung stehen.
Schließlich konstatieren Thorsten Müller und Natalie Beisch in Ihrem Beitrag auch für das Internet: Deutschsprachige Angebote werden insgesamt in allen Ethnien und über alle Altersgruppen hinweg mit größerer Regelmäßigkeit konsumiert als heimatsprachige Angebote. Unter den heimatsprachigen Websites sind bei den Migranten insbesondere Nachrichten- und Informationsangebote beliebt.

