AS&S Radio

Heft 12/2012

Hermann Eicher:
Von der Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag
Neue Rechtsgrundlage für die Rundfunkfinanzierung ab 2013
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Bernhard Kessler/Thomas Kupferschmitt:
Fernsehen in Gemeinschaft
Analyse zu Konstellation der Fernsehnutzung
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Uwe Hasebrink/Claudia Lampert:
Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen im europäischen Vergleich
Ergebnisse der 25-Länder-Studie "EU Kids Online"
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Horst Röper:
Multimediale Anbieter- und Angebotsstrukturen auf lokaler Ebene
Ergebnisse einer Erhebung in 49 Medienregionen Deutschlands
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ARD-Forschungsdienst:
Individualisierung der Mediennutzung und Fragmentierung von Publika
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Zusammenfassungen
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Editorial

Das Jahr 2013 beginnt mit einem Paradigmenwechsel in der Rundfunkfinanzierung. Die geräteabhängige Rundfunkgebühr wird vom geräteunabhängigen Modell des Rundfunkbeitrags abgelöst. Hermann Eicher stellt in seinem Beitrag die Regelungen des neuen Rundfunkbeitrags vor. Zu den Reformzielen des Gesetzgebers gehörten die verlässliche, zukunftssichere Finanzierungsbasis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Aufkommensneutralität und die Stabilität der Abgabenlast für die Bürger. Für die Privathaushalte ergeben sich kaum Veränderungen. Im nichtprivaten Bereich wird der Rundfunkbeitrag künftig pauschal für Betriebsstätten am Maßstab von Mitarbeiterzahlen erhoben. Die Akzeptanz der öffentlich-rechtlichen Programme wird eine wichtige Rolle für die Akzeptanz des neuen Rundfunkbeitrags spielen.

Bernhard Kessler und Thomas Kupferschmitt gingen der Frage nach, wieweit sich die Fragmentierung des Fernsehmarktes auf die gemeinschaftliche Nutzung auswirkt. Trotz eines starken Anstiegs der individuellen Fernsehnutzung ist der Anteil der gemeinschaftlich genutzten Sendezeit nur leicht rückläufig. Das gemeinschaftliche Fernsehen kann sich vor allem in der Primetime und insbesondere am Wochenende als wichtiger Faktor behaupten. Gerade familientaugliche Shows, wichtige Fußballspiele, aber auch Fiction wie der „Tatort“ werden häufig von mehreren Personen gemeinsam angesehen.
Dem Vergleich der Onlinenutzung von Neun- bis 16-Jährigen in 25 europäischen Ländern wid-meten sich Uwe Hasebrink und Claudia Lampert. Die Ergebnisse der Studie „EU Kids Online“ zeigen, dass dem Internet mit zunehmendem Alter wachsende Bedeutung zukommt. Neben Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern gibt es jedoch auch erhebliche Unterschiede, die aus tieferliegenden individuellen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern resultieren. Gemessen am technischen Entwicklungsstand und der Habitualisierung des Internets in der Gesamtbevölkerung ist die Onlinenutzung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland vergleichsweise zurückhaltend.

Die Entwicklung der einst monomedialen Zeitungsverlage zu breit aufgestellten Medienunternehmen, die auch mit lokal informierenden Medien am Markt sind, wird in der Studie „Multimediale Anbieter- und Angebotsstrukturen auf lokaler Ebene“ dokumentiert. Horst Röper zeigt, dass Zeitungsunternehmen im Schnitt bei 4,6 von sechs untersuchten Medientypen aktiv sind. Auf Onlineportale verzichtet keines der untersuchten Zeitungsunternehmen, eine deutliche Mehrheit ist auch im Bereich von Anzeigenblättern und privaten Hörfunk- oder Fernsehprogrammen aktiv. Beteiligungen an lokalen oder regionalen Zeitschriften unterhält dagegen nur gut die Hälfte der untersuchten Verlage.
Außerdem in diesem Heft: Der ARD-Forschungsdienst widmet sich der Individualisierung der Mediennutzung.