MP 23/2026: ARD/ZDF-Medienstudie 2026 - Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort

Dennis von Oehsen

Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort

Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026

Kurz und knapp

  • Die Veränderung der Mediennutzungsgewohnheiten von linearen zu non-linearen Angeboten setzt sich weiter fort, das bestätigen die Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026.
  • Lineare Medien bleiben aber von hoher Bedeutung: Lineares Fernsehen vereint weiterhin den größten Anteil der Videonutzungsdauer auf sich und auch das klassische Radio dominiert im Jahr 2026 die Audionutzung.
  • Die Nutzungsgewohnheiten sind stark vom Alter geprägt: Während Jüngere überwiegend streamen, nimmt die non-lineare Nutzung mit zunehmendem Alter ab, gewinnt dort aber ebenfalls an Bedeutung.
  • In der aktuellen Studie zeigten sich im Bereich Video erstmals keine weitere Verschiebung gegenüber dem Vorjahr, sodass sich das Verhältnis von linearer und non-linearer Nutzung aktuell auf hohem Niveau zu stabilisieren scheint.


Wandel der Mediennutzung von linearen zu non-linearen Nutzungsformen

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 bestätigen erneut, dass sich die Mediennutzung in Deutschland in einem fortlaufenden, längerfristigen Transformationsprozess befindet. Die Entwicklung von linearen zu non-linearen Angeboten hält an, die Veränderungen fallen im Vergleich mit dem Vorjahr allerdings moderat aus.

Entwicklungen bei Tagesreichweite und Wochenreichweite

Die ARD/ZDF-Medienstudie bietet verschiedene Kennzahlen, um die Mediennutzung in Deutschland zu beschreiben und abzubilden. Tagesreichweiten geben an, welche Medienangebote die Bevölkerung an einem durchschnittlichen Tag erreichen.
Das lineare Radio kommt auf eine Tagesreichweite von 60 Prozent, non-lineare Audioangebote auf 35 Prozent. Im Videobereich liegen das lineare Fernsehen und die non-linearen Videoangebote mit 56 bzw. 55 Prozent täglicher Nutzung nahe beieinander. Im Video- und im Audiobereich werden lineare Angebote vermehrt in höheren Altersgruppen genutzt, während non-lineare Streamingangebote insbesondere in den jüngeren Altersgruppen hohe Tagesreichweiten erreichen.

Die mindestens wöchentliche Nutzung liefert Informationen zur regelmäßigen Nutzung. Der Blick auf die Wochenreichweiten zeigt, dass hier die non-lineare Videonutzung etwas höher ausfällt als die des linearen Fernsehens (79 vs. 71 %). Lineares Radio und non-lineare Audionutzung (76 vs. 75 %) bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau.

Audio-Nutzungsdauer zurückgegangen

Die Nutzungsdauer gibt wieder, wieviel Zeit den einzelnen Angeboten gewidmet wird. Beim Blick auf diese Werte zeigen sich Unterschiede zwischen dem Video- und dem Audiobereich. Während die Dauer der Videonutzung in der Gesamtbevölkerung im Zeitraum von 2023 bis 2026 weitgehend konstant bleibt (– 4 Min.), geht die für Audioinhalte aufgewendete Zeit spürbar zurück (– 24 Min.).

Lineare Video- und Audioangebote bei der Gesamtnutzungsdauer weiter vorne

Das lineare Radio steht für einen Anteil von über zwei Dritteln an der gesamten Nutzungsdauer im Audiobereich, das lineare Fernsehen erreicht im Videobereich etwas über die Hälfte der gesamten Nutzungsdauer. Interessant ist hier der Aspekt, dass 2026 erstmals kein weiterer Anstieg der non-linearen Videonutzungsdauer zu verzeichnen war, sich der skizzierte Transformationsprozess also etwas zu verlangsamen scheint.

Jüngere nutzen eher non-lineare Angebote - Ältere bevorzugen lineare Angebote

Auch hier gibt es weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Im Videobereich liegt bei den 14- bis 29-Jährigen der Anteil der non-lineare Nutzung an der Gesamtnutzungsdauer bei 88 Prozent. Anders in den höheren Altersgruppen: Bei den 50- bis 59-Jährigen kommt das lineare Fernsehen bereits auf einen Anteil von über 60 Prozent, dieser klettert bei den ab 70-Jährigen auf mehr als 90 Prozent.

Im Audiobereich überwiegt bei den 14- bis 29-Jährigen die non-lineare Nutzung, wenn auch etwas weniger deutlich als im Videosektor, ihr Anteil beträgt hier rund zwei Drittel. Bereits bei den 30- bis 39-Jährigen entfällt jedoch ein größerer Anteil der Nutzungsdauer auf das klassische Radiohören als auf die non-lineare Nutzung. Mit zunehmendem Alter gewinnt das Lineare weiter an Bedeutung und nimmt bei den ab 70-Jährigen nahezu die gesamte Audionutzungszeit ein.

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MP-Spotlights

Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort

Podcasts: Hohe Verweildauer in allen Altersgruppen, geringere tägliche Nutzung

KI-Hinweis: Generative Künstliche Intelligenz wurde punktuell zur Unterstützung bei der sprachlichen Überarbeitung und Strukturierung des Beitrags eingesetzt. Die inhaltliche Ausarbeitung, Datenanalyse und Prüfung aller Aussagen erfolgten durch den Autor.

Mehr zur Entwicklung der Mediennutzung erfahren Sie im Beitrag „Lineare Medien bleiben relevant, die Verschiebung zur non-linearen Mediennutzung setzt sich fort. Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026“ von Dennis von Oehsen (Radio Bremen).

Volltext MP 23/2026



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