MP 25/2026: ARD/ZDF-Medienstudie 2026 - Nutzung und Wahrnehmung von KI-Tools

Thomas Kupferschmitt

Nutzung und Wahrnehmung von KI-Tools

Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026

Kurz und knapp

  • KI-Tools haben mittlerweile vor allem bei Jüngeren den Weg aus der Nische in die breite private Nutzung geschafft, das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen ARD/ZDF-Medienstudie.
  • Ihre Nutzung ist 2026 stark angestiegen, eine Mehrheit von 59 Prozent der Bevölkerung nutzt entsprechende Anwendungen zumindest gelegentlich. Die wöchentliche Nutzung hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.
  • KI-Anwendungen werden allerdings eher punktuell und mit kürzeren Nutzungsdauern als klassische Medienangebote oder einige Internetanwendungen verwendet. Viele Nutzende begegnen den Ergebnissen der KI-Tools noch mit Skepsis.
  •  KI-Tools werden weniger als nicht zu hinterfragende Wissensinstanzen eingestuft, sondern eher als niedrigschwellig einsetzbare Werkzeuge, deren Ergebnisse im Zweifelsfall überprüft werden müssen.
  • Für journalistische Angebote zeichnen sich neue Herausforderungen durch eine sich ändernde Informationsroutine – insbesondere bei Jüngeren – ab.
     

Starkes Wachstum der Reichweiten von KI-Tools im Vergleich zum Vorjahr

Künstliche Intelligenz, vor allem in Form von KI-Tools wie Google Gemini, ChatGPT oder Perplexity, gehört zunehmend zum Medienalltag vieler Menschen. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 analysiert, wie häufig und wie lange solche Tools für private Zwecke genutzt werden.

Die Reichweiten von KI-Tools sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Bereits 59 Prozent der Bevölkerung (+17 %-Punkte) gehören zu den mindestens gelegentlichen Nutzerinnen und Nutzern. Auch die wöchentliche und tägliche Reichweite von KI-Tools haben stark zugenommen. 

Altersgefälle bei genereller Verwendung und Verweildauer

Bei der Betrachtung der Altersgruppen wird ein Altersgefälle deutlich: Unter den jüngsten Nutzerinnen und Nutzern zwischen 14 und 29 Jahren verwenden bereits über 90 Prozent mindestens selten KI-Tools, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es drei Viertel. Menschen ab 50 Jahren halten bisher mehr Distanz.

Die Verweildauer (Nutzungsdauer der Nutzenden) liegt bei rund einer Stunde pro Tag. Auch hier zeigt sich ein deutliches Altersgefälle. Generell wird KI in kurzen Nutzungsvorgängen verwendet. Jüngere verwenden die Tools deutlich häufiger am Tag und erzielen so insgesamt eine höhere Verweildauer. 

Kein uneingeschränktes Vertrauen in Informationen und Quellenkorrektheit

Nach wie vor schenkt die Mehrheit der Bevölkerung KI-Tools nicht ihr uneingeschränktes Vertrauen. Jüngere Nutzerinnen und Nutzer vertrauen den Informationen aus der KI, bei den älteren hingegen ist der Anteil sehr gering. Offenbar besteht zwischen der Nutzung und dem Vertrauen ein positiver Zusammenhang. Auch die Transparenz der Herkunft von Informationen ist bisher für viele unzureichend. So stimmt eine Mehrheit der Bevölkerung zu, dass man eher nicht oder überhaupt nicht erkennen kann, woher die vom Tool angebotenen Informationen stammen. Eine klare Mehrheit wünscht sich mehr Quellenangaben in KI-Tools, wobei bislang nur eine Minderheit dort auf die Links zu den Originalquellen klickt. 

Journalistische Angebote bekommen vor allem bei Jüngeren Konkurrenz durch KI-Tools

Bislang substituiert nur eine Minderheit der KI-Nutzenden journalistische Nachrichtenangebote durch KI-Tools. Andererseits ist dieser Effekt bei den 14- bis 29-Jährigen bereits erkennbar und könnte auf ein verändertes Informationsverhalten hindeuten. Möglicherweise werden Informationen zunehmend in dialogischer Form und stark komprimiert erwartet. Nachrichtenanbieter könnten den Bedarfen entgegenkommen, indem sie die Präsentation ihrer Inhalte an diese Bedürfnisse anpassen.

Zusammenfassung anhören

KI-Hinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde Microsoft Copilot zur Vorstrukturierung des Fazit-Abschnitts benutzt.

Mehr zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz erfahren Sie im Beitrag „Nutzung und Wahrnehmung von KI-Tools. Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2026“ von Thomas Kupferschmitt (ZDF).

Volltext MP 25/2026



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