Der Klimawandel verliert an Präsenz im Alltag

Ergebnisse der Langzeitstudie „Down2Earth 2025“

Internationale Krisen dominieren politische und persönliche Agenda

Zwar sind die Folgen des Klimawandels in den letzten Jahren deutlich spürbarer geworden, etwa durch häufigere extreme Wetterereignisse, allerdings fokussiert die politische Agenda in Deutschland aufgrund der Vielzahl internationaler Konflikte derzeit vorrangig andere Krisen und deren Folgen. Dies geht aus der Langzeitstudie „Down2Earth 2025“ hervor, die von einer Arbeitsgruppe der LMU München und der Universität Hamburg durchgeführt wurde.

Zudem nehmen in der Bevölkerung klimafreundliche Einstellungen und die Wahrnehmung Deutschlands als Vorreiter in Bezug auf klimaschützende Maßnahmen ab und gleichzeitig das Infragestellen des Klimawandels zu. Beispielsweise stimmen in den letzten Jahren immer weniger Menschen der Aussage zu, dass der Klimawandel gravierende Folgen für Mensch und Natur hat (2025: 63 %).

Öffentlich-rechtliches TV bleibt wichtigste Informationsquelle für Klimathemen

Trotz Rückgängen in der Nutzung erhält nach wie vor die Mehrheit der Menschen Informationen zum Klimawandel aus linearen Medienangeboten: Knapp zwei Drittel sahen zum Beispiel im vergangenen Jahr mindestens einmal wöchentlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bzw. in den Mediatheken Inhalte zu Klimathemen. Generell zeigt sich ein Rückgang klimabezogener Mediennutzung, was mit einer gewissen Transformations- bzw. Themenverdrossenheit und selektiverer Mediennutzung erklärt werden kann. Es findet zudem weniger Online-Anschlusskommunikation zum Thema Klima statt als in der letzten Welle der Studie, was die geringere Bedeutung auf der persönlichen Agenda der Menschen widerspiegelt.

Nutzung ö.-r. Fernsehens zu Klimathemen korreliert mit klimafreundlicherer Einstellung

Personen, die häufiger klimawandelbezogene Informationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen, teilen stärkere klimafreundliche Überzeugungen und unterstützen Klimapolitik stärker. Die Nutzung Sozialer Medien hängt hingegen etwas stärker mit Leugnungstendenzen zusammen.

Lesen Sie mehr zur Studie „Down2 Earth“ im Beitrag von Anne Reif, Nele-Sophie Brebeck, Lars Guenther und Michael Brüggemann:

Zusammenfassung
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