Skepsis gegenüber Klimaschutz wächst
Langzeitstudie zu Einstellungen und Mediennutzung über den Klimawandel und die Klimapolitik in Deutschland
Kurz und knapp
- Die Langzeitstudie „Down2Earth“ untersucht seit 2015 Einstellungen, Verhalten und Mediennutzung zu Klimawandel und Klimapolitik der deutschen Bevölkerung.
- Die letzte Befragungswelle aus dem November 2025 deutet auf eine wachsende Transformations- und Themenverdrossenheit in der deutschen Bevölkerung hin.
- Die Mehrheit der Deutschen unterstützt zwar nach wie vor den Klimaschutz, aber die Unterstützung für klimapolitische Maßnahmen sinkt kontinuierlich.
- Die Gruppe der den Klimawandel Leugnenden wächst, ebenso wie die Zahl der Menschen, die sich verunsichert zeigen, ob es wirklich einen globalen Erwärmungstrend gibt und dieser schwerwiegende Folgen hat.
- Die deutsche Bevölkerung spricht immer seltener über das Thema und auch die Häufigkeit der Online-Anschlusskommunikation sinkt erstmals.
- Das öffentlich-rechtliche Fernsehen bleibt die wichtigste Informationsquelle zu den Themen Klimawandel und Klimapolitik, gefolgt von Radio und privaten Fernsehsendern.
Langzeitstudie analysiert Einstellungen und Informationssuche zum Thema Klimawandel
Die Langzeitstudie „Down2Earth“ einer Arbeitsgruppe der Universität Hamburg und LMU München analysiert die Langzeitentwicklung der Mediennutzung sowie von Einstellungen zum Klimawandel seit 2015 während UN-Klimakonferenzen. Im Fokus der Untersuchung im Jahr 2025 stand, wie sich die Informationsnutzung über Klimawandel und Klimapolitik in Deutschland entwickelt und inwiefern sich der im Jahr 2023 beobachtete signifikante Abwärtstrend in der öffentlichen Wahrnehmung von Klimawandel und Klimapolitik weiter fortgesetzt hat.
Ö.-r. Fernsehen wichtigste Quelle für Informationen zu Klimathemen bei rückläufiger Nutzung
Die Ergebnisse der aktuellen Welle belegen, dass die Themen Klimawandel, -politik und -schutz weniger Raum einnehmen, sowohl in der öffentlichen (politischen und medialen) Agenda als auch bei der Nutzung klimabezogener Medieninhalte. Hier zeigt sich über alle Medien hinweg ein Rückgang. Mit einer mindestens wöchentlichen Informationsnutzung von 63 Prozent bleiben das öffentlich-rechtliche Fernsehen bzw. die dazugehörigen Mediatheken die wichtigste Quelle, um sich über Klimathemen zu informieren. Onlinequellen wie Soziale Netzwerke und Onlineportale werden zur Information über Klimathemen von mehr als einem Drittel der Bevölkerung mindestens wöchentlich genutzt.
Gründe für den Abwärtstrend könnten eine verstärkte Transformationsmüdigkeit und Themenverdrossenheit sein. Aktuelle weltweite Krisen und deren Auswirkungen nehmen mehr Raum ein. In der Folge reduziert sich die Aufmerksamkeit für klimabezogene Themen in den Medien und auch die Anschlusskommunikation im sozialen Umfeld oder in Sozialen Medien nahm erneut ab.
Klimawandelskepsis und -leugnung zu
Zusätzlich belegt die aktuelle Studie eine erneute Abnahme bei den Überzeugungen, dass der Klimawandel real und menschengemacht ist, ein gravierendes Problem darstellt und über dessen Existenz wissenschaftlicher Konsens besteht. Ebenfalls rückläufig ist die Unterstützung klimapolitischer Maßnahmen, gleichzeitig zeigt sich (auf weiterhin geringem Niveau) eine Zunahme von Klimawandelskepsis und -leugnung. Nutzen Menschen klimabezogene Informationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen neigen sie weniger klimaleugnenden Positionen zu und zeigen eine positivere Haltung gegenüber klimaschutzpolitischen Maßnahmen.
MP-Spotlight
Der Klimawandel verliert an Präsenz im Alltag
KI-Hinweis: Bei der Erstellung des Volltexts wurde von den Autorinnen und Autoren für vereinzelte sprachliche Überarbeitungen KI genutzt.
Volltext MP 16/2026
- Download Volltext 487 KB, pdf
Zurück zur Übersicht