Eine zentrale Aufgabe von Fernsehangeboten ist die Meinungsbildungsfunktion. Voraussetzung dafür sind neben einer strukturellen und inhaltlichen Programmvielfalt auch die gesellschaftliche Relevanz der journalistischen Informationsangebote. Ob und in welchem Umfang diese Anforderungen erfüllt werden, steht im Mittelpunkt des zweiten Teils der ARD-Programmanalyse, die sich mit den Informationsprofilen von Das Erste und RTL beschäftigt.
Das Erste zeigt täglich doppelt so lange journalistische Informationsangebote
Rund zehn Stunden täglich, und damit fast doppelt so lange wie RTL, strahlte Das Erste 2024 journalistische Informationsangebote aus.
Dabei zeigt sich eine insgesamt größere strukturelle Vielfalt des Informationsangebots bei Das Erste als bei RTL. Ein strukturell vielfältiges Programm besteht aus möglichst ausgewogenen Anteilen der einzelnen Formatgruppen. Innerhalb der journalistischen Information wird zwischen folgenden fünf Gruppen unterschieden: Nachrichtensendungen, Magazinsendungen, Reportagen/Dokumentationen, Interview-/Talksendungen und Sondersendungen.
Magazinsendungen sind dominierendes Format in der journalistischen Information
Sowohl bei Das Erste (55 %) als auch bei RTL dominieren innerhalb des journalistischen Informationsangebots die Magazinsendungen. Aufgrund des insgesamt größeren Anteils an journalistischer Information beinhaltet das Programm von Das Erste täglich 5,5 Stunden Magazinsendungen – bei RTL sind es 4 Stunden. Während beim öffentlich-rechtlichen Programm die Prozentanteile der einzelnen Formatgruppen über die Jahre hinweg stabil blieben, fand bei RTL eine Konzentration auf Magazinsendungen statt (2021: 59 %, 2024: 72 %). Reportagen/Dokumentationen verloren dafür an Bedeutung beim Privatanbieter. Grund dafür ist die Umgestaltung des RTL-Nachtprogramms, in dem Reportagen/Dokumentationen durch non-fiktionale Unterhaltung ersetzt wurden.
Diese und weitere Ergebnisse aus der ARD-Programmanalyse 2024 über die Informationsprofile von Das Erste und RTL finden Sie im Beitrag von Torsten Maurer und Hans-Jürgen Weiß.
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