MP 19/2025: ARD-Programmanalyse 2024: Programmprofile

Torsten Maurer

ARD-Programmanalyse 2024: Programmprofile

Ergebnisse der ARD-Programmanalyse 2024

Kurz und knapp

  • Bei Das Erste und im ZDF entfielen 2024 jeweils über 40 Prozent der gesamten Sendezeit auf Informationsangebote wie Magazine, Reportagen, Dokus und Nachrichten. Das zeigte die ARD-Programmanalyse 2024.
  • In Bezug auf die journalistische Information gibt es bei den Öffentlich-Rechtlichen eine besonders große Bandbreite an Formaten neben den Nachrichten, unter anderem Dokumentationen, Reportagen und Magazine. Die Privaten setzen vorranging auf einige Magazinsendungen und Dokumentationen.
  • Sat.1 und RTL legen ihren Fokus auf die non-fiktionale Unterhaltung, vor allem in Form von gescripteten Reality-Formaten. ProSieben und VOX hingegen setzen ihre Schwerpunkte auf die fiktionale Unterhaltung.
  • Im Ersten bestand das Fictionangebot 2024 zu 85 Prozent aus Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen, beim ZDF betrug der Anteil 78 Prozent. Die privaten Programme kaufen deutlich größere Anteile des Programms ein.

 

Welche unterschiedlichen Programmschwerpunkte setzen die linearen Programme von Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben und Vox? Welche Angebotscharakteristika lassen sich davon ableiten? Diese Fragen untersucht die ARD-Programmanalyse seit vielen Jahren für den deutschen Markt.

Öffentlich-rechtliche Sender bieten vor allem Information

In den öffentlich-rechtlichen Programmen machten Informationsangebote den größten Anteil des Programms aus. Der Anteil der Sparte Information an der Gesamtsendezeit lag 2024 erneut über 40 Prozent (Das Erste: 40 % ZDF: 43 %) – und damit deutlich vor den privaten Sendern. Unter den privaten Anbietern sind es RTL und VOX, die mit rund der Hälfte des Zeitanteils der Öffentlich-Rechtlichen (23 bzw. 22 %) im Vergleich einen stärkeren Fokus auf informative Inhalte legen als Sat.1 (19 %) und ProSieben (17 %).

Unter der Sparte Information werden in der ARD-Programmanalyse neben den Nachrichten auch Magazine, Dokumentationen und Reportagen einbezogen, die vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Programmen in großer Vielfalt und mit bedeutsamem Umfang angeboten werden.

Unterschiedliche Programmschwerpunkte im Unterhaltungsangebot

Der Fernsehunterhaltung kommt in allen sechs untersuchten Programmen ein zentraler Stellenwert zu. Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede hinsichtlich der Gewichtung fiktionaler und non-fiktionaler Inhalte. Vor allem bei RTL und Sat.1 hat die non-fiktionale Unterhaltung Vorrang, maßgeblich sind es gescriptete Reality-Formate. Bei VOX sind es vor allem Doku-Soaps und Real-Life-Inszenierungen, Das Erste, ZDF und ProSieben unterhalten ihre Zuschauerinnen und Zuschauer in puncto non-fiktionale Formate am häufigsten durch Show- und Quizsendungen. Im Vergleich dazu macht die fiktionale Fernsehunterhaltung bei den meisten Programmen einen deutlich größeren Anteil am Programm aus. Hier dominieren Serien und Filme.

Öffentlich-rechtliche Programme zeigen überwiegend deutsche Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen

Im Ersten und dem ZDF besteht der größte Teil des Angebots aus Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen: Von den etwas mehr als acht Stunden fiktionaler Unterhaltung sind es bei Das Erste knapp sieben Stunden bzw. 85 Prozent; beim ZDF knapp sieben von insgesamt fast neun Stunden bzw. 78 Prozent. Zudem stammen über 80 Prozent in diesem Genre im Ersten und dem ZDF aus Deutschland.

Bei RTL und Sat.1 besteht die fiktionale Unterhaltung zu einem Viertel aus Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen, je rund ein Viertel von diesen Produktionen stammen aus Deutschland. Bei VOX und ProSieben handelt es sich nahezu ausschließlich um Kaufproduktionen, die vorranging vom US-amerikanischen Markt eingekauft werden.

Mehr zu den Programmprofilen der sechs ausgewählten Vollprogramme erfahren Sie im Beitrag von Torsten Maurer.

MP-Spotlights

Unterschiedliche Schwerpunkte bei ö.-r. und privaten Programmen
Fictionangebot: Das Erste und ZDF realisieren vorrangig Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen

Volltext MP 19/2025



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