Starke Sorge um gesellschaftlichen Zusammenhalt
In der Zusammenhaltsstudie von ARD, ZDF und Deutschlandradio wurde unter anderem erhoben, wie die Bevölkerung den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewertet. Rund zwei Drittel der Bevölkerung fürchten, die Gesellschaft falle immer mehr auseinander, ein ebenso hoher Anteil bewertet den Zusammenhalt derzeit als gefährdet. Soziale Ungleichheiten tragen in der Wahrnehmung der Menschen stärker zur Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei als kulturelle Unterschiede.
Im persönlichen Umfeld empfinden Menschen starken Zusammenhalt
In der Befragung zeigte sich eine spannende Diskrepanz: Trotz der Wahrnehmung einer Gefährdung des Zusammenhalts in der Gesellschaft erlebt eine große Mehrheit (68 %) einen eher starken oder sehr starken Zusammenhalt im persönlichen Umfeld. Dieses Gefühl wurde in Bezug auf fünf Bereiche (Freundeskreis, Nachbarschaft, an der Arbeitsstelle/Schule oder Universität, in Vereinen oder anderen Einrichtungen) abgefragt. Eine Erklärung für die Diskrepanz könnte sein, dass die Gefährdungswahrnehmung ihren Ursprung außerhalb des eigenen persönlichen Umfelds hat und sich zumindest teilweise auch auf die Krisen- und Polarisierungserzählungen zurückführen lässt, die derzeit die (meist digitale) öffentliche Debatte prägen.
Bildungsniveau und Alter prägen Zusammenhaltsgefühl
Je nach soziodemografischem Hintergrund zeigen sich einige Unterschiede in Bezug auf das Empfinden von Zusammenhalt: Menschen über 70 Jahre und mit höheren Bildungsabschlüssen fühlen sich noch stärker eingebunden als die Gesamtbevölkerung, wohingegen jüngere Menschen und Menschen mit geringerer formaler Bildung hier geringere Zustimmungswerte aufweisen.
Mehr im Beitrag „Leistungen der öffentlich-rechtlichen Medien für den Zusammenhalt in Deutschland. Erwartungen und Wahrnehmungen der Bevölkerung aus der ARD/ZDF/Deutschlandradio-Zusammenhaltsstudie 2025“ von Jan-Hinrik Schmidt und Dieter Storll.